Hieronymus schwieg. Er neigte seinen Kopf in der Kapuze und sank ein wenig in sich zusammen, während der Kunsthändler sprach; dann richtete er sich wieder auf und sagte:
»Ich bemerke Ihnen im voraus, daß ich nicht in der Lage, noch überhaupt willens bin, irgend etwas zu kaufen. Es tut mir leid, Ihre Erwartungen enttäuschen zu müssen. Ich habe Mitleid mit Ihnen, wenn Ihnen das Schmerz bereitet. Aber erstens bin ich arm, und zweitens liebe ich die Dinge nicht, die Sie feilhalten. Nein, kaufen kann ich nichts.«
»Nicht … also nicht«, sagte Herr Blüthenzweig und schnüffelte stark.
»Nun, darf ich fragen…«
»Wie ich Sie zu kennen glaube«, fuhr Hieronymus fort, »so verachten
Sie mich darum, daß ich nicht imstande bin, Ihnen etwas abzukaufen…«
»Hm …« sagte Herr Blüthenzweig. »Nicht doch! Nur …«
»Dennoch bitte ich Sie, mir Gehör zu schenken und meinen Worten
Gewicht beizulegen.«
»Gewicht beizulegen. Hm. Darf ich fragen …«
»Sie dürfen fragen«, sagte Hieronymus, »und ich werde Ihnen antworten.
Ich bin gekommen, Sie zu bitten, daß Sie jenes Bild, die große
Photographie, die Madonna, sogleich aus Ihrem Fenster entfernen und
sie niemals wieder zur Schau stellen.«
Herr Blüthenzweig blickte eine Weile stumm in Hieronymus' Gesicht, mit einem Ausdruck, als forderte er ihn auf, über seine abenteuerlichen Worte in Verlegenheit zu geraten. Da dies aber keineswegs geschah, so schnüffelte er heftig und brachte hervor:
»Wollen Sie die Güte haben, mir mitzuteilen, ob Sie hier in irgendeiner amtlichen Eigenschaft stehen, die Sie befugt, mir Vorschriften zu machen, oder was Sie eigentlich herführt…«