»Danke«, sagte Klaus Heinrich. »Nein, es spricht gar nichts dagegen.« Und es schmerzte ihn, daß er zu ungeübten Geistes war, um eine behendere Antwort zu finden.
Der Bediente nahm seinen Säbel in Empfang und trug ihn durch die Galerie davon. Sie saßen am Teetisch nieder, unter Beistand des Butlers, der die Lehnen der Stühle hielt, die Stühle unter sie schob. Dann zog er sich auf die Höhe der Stufen zurück, wo er in schmuckhafter Weise stehenblieb.
»Sie müssen wissen, Prinz,« sagte Fräulein Spoelmann, die das Wasser aufgoß, »daß mein Vater keinen Tee trinkt, den ich nicht selbst bereitet habe. Er mißtraut jedem Tee, der fertig in Tassen herumgereicht wird. Das ist bei uns verpönt. Sie müssen sich dem anbequemen.«
»Oh, es ist schöner so,« sagte Klaus Heinrich, »viel behaglicher und ungezwungener so am Familientisch …« Er brach ab und bedachte, warum bei diesen Worten ein gehässiger Seitenblick aus den Augen der Gräfin Löwenjoul ihn getroffen hatte. »Und Ihr Studium,« fragte er, »gnädiges Fräulein? Darf ich mich erkundigen? Mathematik, wie ich weiß. Es strengt Sie nicht an? Ist es nicht furchtbar hart für den Kopf?«
»Gar nicht«, sagte sie. »Ich weiß nichts Hübscheres. Man spielt in den Lüften, sozusagen, oder schon außerhalb der Luft, in staubfreier Gegend jedenfalls. Man hat es so kühl wie in den Adirondacks …«
»Wie wo?«
»Den Adirondacks. Das ist Geographie, mein Prinz. Ein Bergwald drüben mit hübschen Seen. Wir haben ein Landhaus dort, für den Mai. Im Sommer waren wir immer am Meer.«
»Auf jeden Fall«, sagte er, »kann ich für Ihren Eifer in den Studien Zeugnis ablegen. Sie lassen sich nicht gern hindern, pünktlich in die Vorlesung zu kommen. Ich habe noch nie gefragt, ob Sie eigentlich neulich zur Zeit gekommen sind.«
»Ja, vor einigen Wochen. Nach dem Hindernis an der Hauptwache.«