»Oh, ich bin es nicht allein, die Sie aus ihrer Tätigkeit reißen, Prinz! Da ist drittens die Gräfin. Sie schrieb. Sie zeichnet ihre Lebenserinnerungen auf, nicht für die Welt, aber für den engeren Gebrauch, und ich will mich verbürgen, daß ein Werk daraus wird, woraus sowohl Sie, Prinz, wie ich, viel Neues werden lernen können.«
»Ich bin dessen ganz sicher. Aber ebenso sicher bin ich, daß die Frau Gräfin nicht fähig ist, Ihnen, Fräulein Imma, eine Bitte abzuschlagen.«
»Und mein Vater? Wir sind beim vierten Bedenken. Sie kennen den Tigersinn meines Vaters. Wird er seine Einwilligung geben?«
»Er hat sie gegeben. ›Reitet sie, so reitet sie‹, das sind seine Worte …«
»Sie haben sich seiner im voraus versichert? Nun fange ich an, Ihre Umsicht zu bewundern, Prinz. Sie sind wie ein Feldherr vorgegangen, obgleich Sie nicht wirklich Soldat sind, sondern nur zum Schein, wie Sie uns neulich erzählten. Aber es ist noch ein fünfter Gegenstand da, und der ist ausschlaggebend. Es wird regnen.«
»Nein, das ist hinfällig, was Sie da sagen. Der Himmel strahlt …«
»Es wird regnen. Die Luft ist viel zu weich. Ich habe es festgestellt, als wir vorm Frühstück im Quellengarten waren. Kommen Sie zum Barometer, wenn Sie mir nicht glauben. In der Halle hängt es …«
Wirklich traten sie hinaus in die Teppichhalle, wo neben dem Marmorkamin ein großes Wetterglas hing. Auch die Gräfin schloß sich an. Klaus Heinrich sagte: »Es ist gestiegen.«
»Euere Hoheit belieben sich zu irren«, antwortete Fräulein Spoelmann. »Die Parallaxe täuscht Sie.«
»Das verstehe ich nicht.«