[34] Die Abhandlung ist auch als Broschüre erschienen unter dem Titel: Société de géographie de Lille. Malmédy et les Wallons prussiens ou une ville belge en Allemagne, par l’Auteur d’un village français en Allemagne. Extrait du Bulletin de la Société de géographie de Lille (Mai 1895). Lille, L. Danel 1895. Viel unparteiischer und gründlicher beurteilt Henri Gaidoz, Herausgeber der „Mélusine“ (Paris) die Verhältnisse in Malmedy in einer Abhandlung: „Malmédy et la Wallonie prussienne.“ (Le Correspondant, 10. September 1886. S. 911–935.)
IX.
Schlußwort.
„Möchte Malmedy sich gleich Spa bald zu jener Stufe des Ranges erheben, den seine so sehr ausgezeichneten Heilquellen ihm unter den vorzüglichsten Eisenwässern Europas anweisen, einen Rang, den es fortdauernd durch die glänzendsten und auffallendsten Heilungen zu erproben wissen wird.“ Mit diesen Worten schloß Dr. Monheim 1829 seinen Bericht über die von ihm unternommene Untersuchung des Malmedyer Mineralwassers. Möge jetzt der Wunsch dieses Gelehrten in Erfüllung gehen und das ins Werk gesetzte Unternehmen schnell emporblühen. Ein gewisses Anrecht auf Unterstützung seitens des deutschen Publikums hat sich die Stadt dadurch erworben, daß sie dem deutschen Kapital den Vorzug gab und die nicht minder günstigen Offerten der englischen Unternehmer unberücksichtigt ließ.
Malmedy ist von der Natur sehr begünstigt, und wenn die deutschen Touristen und Kurgäste sich ihm zuwenden, wird es bald dem berühmten belgischen Badeorte Spa Konkurrenz machen können. Wer durch die Eifel oder die Ardennen reist, möge nicht verfehlen, auch Malmedy einen Besuch abzustatten. Er wird dort ein eigenartiges Städtchen kennen lernen, wie kein zweites im deutschen Reich zu finden ist.
Von Jahr zu Jahr mehrt sich die Zahl der Touristen und Sommerfrischler, welche in der schönen Jahreszeit die Eifel aufsuchen. Diese Gegend war lange Zeit vernachlässigt; seitdem sie aber durch verschiedene Bahnlinien dem Verkehr aufgeschlossen wurde, lernen immer mehr Deutsche und Ausländer dieses an eigentümlichen Schönheiten so reiche Hochland kennen. Wer die vulkanische Eifel mit ihren Maaren und Ruinen oder einen anderen Teil der Eifel aufsucht, möge seine Schritte auch nach Malmedy lenken, wo er gewiß ebenso gern verweilen wird wie in irgend einem anderen Städtchen des Eifellandes. Sowohl von Gerolstein, dem Mittelpunkt der Eifelbahnen, als von Aachen aus, läßt Malmedy sich jetzt leicht mit der Bahn erreichen. Wer Malmedy nicht gesehen hat, kennt einen der interessantesten Punkte der Eifel und überhaupt des deutschen Reiches nicht.