Anthurium crystallinum

Bromeliaceen

Die Bromeliaceen sind zum größten Teil Epiphyten, welche sich wie unsere Moose auf Bäumen ansiedeln und hier mit wenig Nahrung sich begnügen. Sie gedeihen aber [pg 55] eben so gut in Töpfen, in einer recht humusreichen Erde. Gegen Trockenheit der Luft sind sie meist wenig empfindlich und, deshalb im Zimmer gut zu halten. Es ist aber nötig, daß man sie hin und wieder besprengt, damit sich etwas Wasser in den Winkeln der rinnenförmigen Blätter ansammelt. Obgleich noch wenig in Kultur, sollten sie doch häufiger gepflegt werden, weil sie in der Mehrzahl der Falle auch dankbare Blüher sind. Die Vermehrung geschieht leicht aus Samen und durch Teilung. Empfehlenswert sind die Arten der Gattungen Billbergia, Aechmea, Nidularium und Pitcairnia. Die echte Ananas, welche ebenfalls hierher gehört, läßt sich nicht oder nur schwer im Zimmer kultivieren. Man stelle die Bromeliaceen möglichst hell im geheizten Wohnzimmer auf.

Nidularium

[pg 56]

Commelinaceae

Um einen Blumentisch mit Hängepflanzen zu bekleiden oder an einer Stelle im Zimmer, wo sonst nichts wächst, eine Ampel mit lebenden Pflanzen anzubringen, ist keine Pflanze geeigneter, als die in diese Familie gehörige Tradescantia floribunda Kth.[27], welche von Mexiko bis Paraguay verbreitet ist. Sie wird hier zwar nicht schöner, aber sie hält sich doch grün und wächst. Die Blätter werden zwar kleiner und kleiner, aber schließlich schadet auch das nichts, denn einige Zweigstücke, in einen anderen Topf mit guter Erde gesteckt, sind in wenigen Tagen wieder bewurzelt und treiben von neuem. Wirklich schön erhält man diese Pflanze, wenn man sie reichlich ernährt, reichlich gießt, häufig besprengt und ihr einen halbschattigen Stand gibt. Schöner, aber nicht vollständig so hart ist die Zebrina pendula Schnitzlein aus Mexiko, auch Tradescantia zebrina genannt, welche breite silberweiße, glänzende Längsstreifen auf den Blättern hat. Am schönsten ist eine Varietät derselben, quadricolor, rot und reinweiß gestreift, welche ihre schöne Farbe aber nur dann erhält, wenn man sie ganz dicht am Glase in voller Sonne hält und durch reichliches Spritzen für feuchte Luft sorgt.