Aspidistra. Die japanische Aspidistra elatior Bl., auch Plectogyne variegata genannt, gehört zu den härtesten Zimmerpflanzen, die es überhaupt gibt. Sie ist sehr anspruchlos, gedeiht selbst noch an ziemlich dunklen Stellen und verträgt es auch, wenn sie einmal trocken wird. Sie wächst ebensowohl im geheizten Wohnzimmer, wie im kühlen frostfreien Treppenhause. Will man sie schön haben, so gebe man ihr recht nahrhafte Erde und reichlich Wasser und halte die Blätter frei von Staub und Ungeziefer. Dann bildet sie große Büsche sattgrüner [pg 65] Blätter. Sehr hübsch ist auch eine weißgestreifte Form, die aber im warmen Zimmer gehalten werden muß.
Curculigo recurvata
Amaryllidaceae
Von den Liliaceen sind die Amaryllidaceen durch den unterständigen Fruchtknoten unterschieden, im übrigen aber zeigen sie soviel Ähnlichkeit mit den Liliaceen, daß es nicht ganz leicht ist, von blütenlosen Exemplaren anzugeben, zu welcher von beiden Familien sie gehören. Wie die Liliaceen liefern uns auch die Amaryllidaceen hauptsächlich Blütenpflanzen. Sodann gehören hierher eine Anzahl Succulenten- wie Agaven, entsprechend den Aloë-Arten der Liliaceen. Als Blattpflanze kommt nur [pg 66] Curculigo recurvata Dryander[35]aus dem tropischen Südostasien und Nordaustralien in Betracht, welche mit ihren großen, längs gefalteten Blättern sehr an gewisse Palmen im Jugendzustande, z. B. an Cocos Datil erinnert. In einer leichten, lockeren, jedoch nahrhaften Erde entwickelt sie sich bei reichlicher Bewässerung sehr schnell, verträgt aber nicht viel Sonne. Im Winter kann man sie an irgend eine Stelle im geheizten Wohnzimmer stellen. Die Vermehrung gelingt leicht durch Seitensprosse, welche sich an älteren Exemplaren reichlich bilden.
Musaceae
Von den Bananen und ihren Verwandten kann man einzelne Arten im geheizten Wohnzimmer leicht halten, so lange sie noch jung sind. Ältere Pflanzen mit riesigen Blättern werden für Wohnräume meist zu hoch. Alles sind echte Tropenbewohner, die im geheizten Wohnzimmer gehalten werden müssen, wo man ihnen einen hellen Standort gibt. Die Gefäße, in denen man sie kultiviert, sollen mehr breit als tief sein und eine recht nahrhafte Erde enthalten; für guten Wasserabzug ist unbedingt zu sorgen. Die Anzucht geschieht aus Samen oder durch Seitensprosse. Von den echten Bananen sind im Zimmer zu halten: Musa Cavendishi Hook.[36] aus China, welche nur 1½ m hoch wird und sehr wohlschmeckende Früchte liefert, Musa zebrina van Houtte[37] mit braungefleckten Blättern und Musa rosacea Jacq. aus Ostindien mit verhältnismäßig langen, schmalen Blättern auf zierlichem Stamme.