„Ich trage doch einen Talliskatan und Schaufäden.“

„Das ist noch kein Beweis; gib ein anderes Zeichen!“

„So mögen es euch meine Schläfenlocken beweisen!“

„Auch das genügt uns nicht, es ist noch nicht das Richtige.“

„Laßt mich nur ein und ihr werdet sehen, daß ich die Wahrheit spreche.“ Und dabei beginnt er zu zürnen und zu toben und poltert mit dem Stock an der Tür. Da fragen sie weiter:

„Wenn du denn ein Jude bist: weshalb kommst du so spät? Weißt du denn nicht, daß heute ein Festtag in Israel ist, an dem man daheim ruht?“

„Sehet, ich komme jetzt von Jerusalem, der heiligen Stadt; der Weg ist sehr weit und voller Gefahr auf Schritt und Tritt. Unsere Feinde lauern uns auf und stellen sich uns in den Weg. Wie eine eiserne Mauer traten sie zwischen mich und euch, daß ich nicht vor dem Feiertag zu euch kommen konnte.“ Dabei bricht er in Tränen aus und klagt bitterlich, die Versammelten aber sitzen, wie versunken in ihre Gedanken; tiefe Stille herrscht im ganzen Hause, nur selten von einem schweren Seufzer unterbrochen.

Alle sehen nach der Tür; der Vorleser aber gibt ein Zeichen, man öffnet und sogleich tritt der Jüngling ein und geht bis in die Mitte des Zimmers, das Schwert an der Seite, mit Leder gegürtet, den Stock in der Hand und den Sack über den Schultern. An den Füßen trägt er genagelte Sandalen mit aufgebogenen Spitzen und sein Kleid ist über und über bestaubt. Und plötzlich bricht im ganzen Raume ein lauter Jubel los, alle bestürmen ihn mit Fragen.