1. "Und hierauf sah ich einen anderen Traum, und ganz zeigte ich ihn dir, mein Sohn!" Und es erhob sich Henoch und sprach zu seinem Sohn Methusalah: "Zu dir will ich reden, mein Sohn! Höre mein Wort und neige dein Ohr zu dem Gesicht des Traumes deines Vaters. Ehe ich nahm deine Mutter Edna, sah ich in einem Gesicht auf meinem Lager, 2. und siehe! hervorging ein Stier aus der Erde, 3. und dieser Stier war weiß. 4. Und nach ihm ging hervor Ein weibliches Rind, und mit ihm ging hervor ein Paar Rinder; und eins von ihnen war schwarz und eins rot. 5. Und es schlug jenes schwarze Rind das rote, und verfolgte es auf der Erde. 6. Und ich konnte von da an nicht sehen dieses rote Rind, aber jenes schwarze Rind wurde alt, und es kam mit ihm ein weibliches Rind. 7. Und ich sah, daß von ihm hervorkamen viele Stiere, ihm gleichend und nachfolgend ihm. 8. Und jene Kuh, jene erste, ging aus von dem Angesicht jenes ersten Stieres, suchte jenes rote Rind, und fand es nicht, 9. und es wehklagte hierauf eine große Wehklage, und suchte dasselbe. 10. Und ich sah, bis kam jener erste Stier nachmals, und machte sie still, und von dieser Zeit an schrie sie nicht mehr. 11. Und hierauf gebar sie einen anderen weißen Stier, 12. und nach ihm gebar sie viele Stiere und schwarze Kühe. 13. Und ich sah in diesem meinem Schlafe einen weißen Farren, und so wuchs er und wurde ein großer weißer Farr; 14. und von ihm gingen hervor viele weiße Stiere und glichen ihm, 15. und fingen an zu zeugen viele weiße Stiere, und welche ihnen glichen, und folgten einer dem andern.
Kap. 85
1. Und wiederum sah ich mit meinen Augen, während ich schlief, und ich sah den Himmel oben. 2. Und siehe! Ein Stern fiel vom Himmel, 3. und er erhob sich und aß, und weidete unter jenen Stieren. 4. Und hierauf sah ich große und schwarze Stiere, und siehe! sie alle veränderten ihre Hürden und Weiden; und ihre Rinder, und sie fingen an wehzuklagen eins nach dem andern. Und wiederum sah ich in dem Gesicht und blickte zum Himmel, und siehe! ich sah viele Sterne, und sie stiegen herab und stürzten sich vom Himmel zu jenem ersten Stern, 5. zwischen jene Rinder; und die Stiere waren mit ihnen, und sie weideten in ihrer Mitte. 6. Und ich blickte nach ihnen und sah sie, und siehe! sie brachten heraus ihre Scham gleich der der Rosse, und fingen an zu steigen auf die Kühe der Stiere; und sie wurden alle trächtig, und gebaren Elefanten, Kamele und Esel. 7. Und alle Stiere fürchteten sie und erschraken vor ihnen; und sie fingen an zu beißen mit ihren Zähnen, und zu verschlucken und zu stoßen mit ihren Hörnern. 8. Und sie fingen ferner an zu verschlingen jene Stiere, und siehe! alle Kinder der Erde fingen an zu zittern und zu erbeben vor ihnen, und flüchteten sich.
Kap. 86
1. Und wiederum sah ich sie, und sie fingen an zu stoßen einer den andern, und zu verschlucken einer den andern; und die Erde fing an zu schreien. Und ich erhob meine Augen wiederum zum Himmel, und sah in dem Gesicht, und siehe! heraus gingen aus dem Himmel wie Gestalten weißer Menschen. Und Einer ging heraus von jenem Orte und drei mit ihm. 2. Und diese drei, welche herausgingen zuletzt, faßten mich bei meiner Hand, und nahmen mich von dem Geschlechte der Erde, und hoben mich auf einen hohen Ort. 3. Und sie zeigten mit einen hohen Turm von der Erde, und es wurden kleiner alle Hügel. Und sie sagten mir: "Bleibe hier, bis du siehst alles, was kommen wird über jene Elefanten und Kamele und Esel, und über die Sterne und über alle Stiere."
Kap. 87
1. [Und ich sah] Einen von jenen vier, welche herausgegangen waren zuvor, 2. und er ergriff jenen ersten Stern; welcher herabfiel vom Himmel; 3. und er band ihn an seinen Händen und seinen Füßen, und er warf ihn in eine Tiefe, und diese Tiefe war eng und tief, und grausend und düster. 4. Und einer von ihnen zog sein Schwert, und gab es jenen Elefanten, und Kamelen und Eseln, und es fing an zu schlagen einer den andern. Und die ganze Erde erbebte unter ihnen. 5. Und als ich sah in dem Gesicht, und siehe! da fuhr einer von jenen vier, welche herausgekommen waren, vom Himmel herab, sammelte und nahm alle diejenigen großen Sterne, deren Scham wie die Scham der Rosse, und band sie alle an ihren Händen und an ihren Füßen, und warf sie in die Spalten der Erde.
Kap. 88
1. Und einer von jenen Vieren ging zu den weißen Stieren, und lehrte sie ein Geheimnis, während zitterten jene Stiere. Geboren wurde und entstand ein Mensch, und der baute sich ein großes Hohl, und es wurde eine Decke über sie. 2. Und ich erhob wiederum meine Augen gen Himmel und sah ein hohes Dach, und sieben Wasserstürze über ihm, und diese sieben Wasserstürze ergossen in einen Hof viel Wasser. 3. Und ich sah wiederum und siehe! Quellen öffneten sich auf der Erde in jenem großen Hofe. 4. Und es fing jenes Wasser an aufzuwallen, und sich zu erheben über die Erde, und nicht ließ es sehen jenen Hof, während sein ganzer Boden bedeckt war mit Wasser. 5. Und groß war über ihm das Wasser, und Finsternis und Nebel. Und ich sah an die Höhe dieses Wassers, und es überragte dieses Wasser die Höhe jenes Hofes. 6. Und es überströmte die Höhe des Hofes und stand über der Erde. 7. Und alle die Stiere, welche sich in diesem Hofe versammelt hatten, so lange ich sie sah, gingen unter und wurden verschlungen und vernichtet durch dieses Wasser. 8. Und jenes Hohl schwamm auf dem Wasser. Und alle Stiere, und Elefanten, und Kamele und Esel sanken unter auf der Erde, und alles Vieh. Und nicht konnte ich sie mehr sehen. Und sie vermochten nicht herauszugehen, sondern sie gingen unter und sanken in die Tiefe. 9. Und wiederum sah ich in dem Gesicht, bis jene Wasserstürze zurückwichen von jenem hohen Dache, und er die Quellen der Erde bedrohte. Und andere Tiefen wurden geöffnet, 10. und es fing das Wasser an hinabzusteigen in dieselben, bis erschien der Erdboden. 11. Und jenes Hohl blieb auf der Erde, und es wich die Finsternis zurück, und es wurde Licht. 12. Und jener weiße Stier, welcher Mensch war, ging heraus aus jenem Hohl und die drei Stiere mit ihm. 13. Und es war der eine von den drei Stieren, ähnlich jenem Stiere, und eine von ihnen rot wie Blut und einer schwarz. Und jener weiße Stier ging hinweg von ihnen. 14. Und sie fingen an zu gebären die Tiere des Feldes und die Vögel. 15. Und es geschah von ihnen allen eine Versammlung der Geschlechter: Löwen, und Tiger, und Hunde, und Wölfe, und wilde Eber, und Füchse, und Kaninchen, und Schweine, 16. und Siset, und Geier, und Weihe, und Fonkâs, und Raben. 17. Und es wurde geboren in ihrer Mitte ein weißer Stier. 18. Und sie fingen sich an zu beißen unter einander, eines das andere, und jener weiße Stier, welcher geboren war in ihrer Mitte, zeugte einen wilden Esel und einen weißen Stier mit ihm, und viele wilde Esel. Und jener weiße Stier, welcher gezeugt worden war von ihm, zeugte einen schwarzen wilden Eber und ein weißes Schaf. 19. Und jener wilde Eber zeugte viele Schweine, 20. und jenes Schaf gebar zwölf Schafe. 21. Und als erwachsen waren jene zwölf Schafe, übergaben sie eines von ihnen den Eseln. 22. Und jene Esel wiederum übergaben jenes Schaf den Wölfen. 23. Und es wuchs jenes Schaf inmitten der Wölfe. 24. Und der Herr brachte die elf Schafe, damit sie wohnten bei ihm und weideten inmitten der Wölfe. 25. Und sie mehrten sich und es war viel Weide der Schafe. 26. Und die Wölfe fingen an sie zu schrecken und sie zu bedrücken, während sie vernichteten ihre Jungen. 27. Und sie warfen ihre Jungen in einen Strom von vielem Wasser. 28. Und jene Schafe fingen an zu schreien wegen ihrer Jungen, und sich zu flüchten zu ihrem Herrn. Und ein Schaf, welches entging den Wölfen, entwich und ging zu den wilden Eseln. 29. Und ich sah die Schafe wehklagen, und schreien und bitten ihren Herrn 30. mit aller ihrer Kraft, bis herabstieg jener Herr der Schafe auf den Ruf der Schafe von hoher Wohnung, und zu ihnen ging und nach ihnen sah. 31. Und er rief jenes Schaf, welches sich heimlich entzogen hatte den Wölfen, und sprach zu ihm von den Wölfen, kund zu tun ihnen, daß sie nicht anrührten die Schafe. 32. Und es ging das Schaf zu den Wölfen mit dem Worte des Herrn, und ein anderes Schaf begegnete ihm und ging mit ihm. 33. Und es kamen beide zusammen in die Wohnung jener Wölfe, und redeten mit ihnen, und taten ihnen kund, daß sie fortan nicht anrühren sollten die Schafe. 34. Und hierauf sah ich die Wölfe, und wie sie sehr hart waren gegen die Schafe mit aller ihrer Kraft. Und die Schafe schrien und ihr Herr kam zu den Schafen. 35. Und er fing an zu schlagen jene Wölfe, und die Wölfe fingen an zu wehklagen, aber die Schafe wurden still und von da an schrien sie nicht (mehr). 36. Und ich sah die Schafe, bis sie ausgingen von den Wölfen. Und die Wölfe - geblendet waren ihre Augen, und es gingen aus, indem sie folgten den Schafen, jene Wölfe mit aller ihrer Macht. Und der Herr der Schafe ging mit ihnen, indem er sie führte, 37. und alle seine Schafe folgten ihm; 38. und sein Antlitz (war) glänzend, und furchtbar und herrlich sein Anblick. Doch die Wölfe fingen an nachzufolgen jenen Schafen, bis sie sie erreichten an einem Wassersee. 39. Und dieser Wassersee wich zurück, und es stand das Wasser nach hierhin und nach dorthin vor ihrem Angesicht. 40. Und ihr Herr, während er sie führte, stellte sich zwischen sie und zwischen die Wölfe. 41. Und überdies sahen jene Wölfe die Schafe nicht, und gingen mitten in den Wassersee, und die Wölfe folgten den Schafen, und es liefen hinter ihnen her jene Wölfe in den Wassersee. 42. Und als sie den Herrn der Schafe sahen, wendeten sie sich, um zu fliehen vor seinem Angesicht. 43. Und jener Wassersee wendete sich wiederum, und es geschah zufolge seiner Natur schnell, und es ging das Wasser und stieg, bis es bedeckte jene Wölfe. Und ich sah bis umkamen alle die Wölfe, welche verfolgt hatten jene Schafe, und ersäuft wurden. 44. Aber die Schafe gingen weiter von diesem Wasser, und zogen aus zu einer Wüste, worin nicht Wasser und Gras war. Und sie fingen an zu öffnen ihre Augen und zu sehen. 45. Und ich sah den Herrn der Schafe nach ihnen sehen und ihnen geben Wasser und Gras, 46. und jenes Schaf, während es ging und sie leitete. 47. Und es stieg dieses Schaf hinauf auf die Spitze jenes hohen Felsens, und der Herr der Schafe schickte es zu ihnen. 48. Und darnach sah ich den Herrn der Schafe, welcher stand vor ihnen, und sein Anblick war furchtbar und streng. 49. Und alle jene Schafe sahen ihn und fürchteten sich vor seinem Antlitz. 50. Und alle diese fürchteten sich und zitterten vor ihm, und sie schrien alle nach jenem Schafe bei ihm, welches hatte das andere Schaf, welcher war in ihrer Mitte: "denn wir vermögen nicht [zu stehen] vor unserem Herrn oder ihn anzublicken." 51. Und es kehrte zurück jenes Schaf, welches sie führte, und stieg auf die Spitze jenes Felsens, 52. und die Schafe fingen an zu verblenden ihre Augen, und abzuweichen von dem Pfade, welchen jenes Schaf ihnen gezeigt hatte; (aber) es erfuhr nichts. 53. Und der Herr der Schafe ward zornig über sie in großem Zorn, und jenes Schaf erfuhr's, 54. und stieg herab von der Spitze des Felsens, und kam zu den Schafen, und fand eine Menge von ihnen, 55. denen verblendet die Augen, 56. und die abgewichen waren von seinem Pfade. Und als sie es sahen, fürchteten sie sich und zitterten vor seinem Antlitz, 57. und verlangten zurückzukehren zu ihrer Hürde. 58. Und dieses Schaf nahm mit sich andere Schafe, und kam zu denjenigen Schafen, welche abgewichen waren; 59. und hierauf fing es an sie zu töten, und die Schafe fürchteten sich vor seinem Antlitz. Alsdann hieß es diejenigen, welche abgewichen waren, zurückzukehren; sie gingen zurück zu ihren Hürden. 60. Und ich sah dort in meinem Gesicht, bis dieses Schaf ein Mann wurde, ein Haus baute dem Herrn der Schafe, und alle Schafe hinstellte in dieses Haus. 61. Und ich sah, bis sich niederlegte das Schaf, welches getroffen hatte jenes Schaf, den Führer der Schafe. Und ich sah, bis umkamen alle große Schafe, und kleine erhoben sich an ihrer Stelle, und sie kamen zu einer Weide und nahten sich einem Wasserstrome. 62. Und jenes Schaf, welches sie geführt hatte, welches ein Mann geworden, wurde von ihnen getrennt und legte sich nieder. 63. Und alle Schafe suchten es und schrien über dasselbe ein großes Geschrei, 64. und ich sah, bis sie aufhörten zu schreien nach jenem Schafe und gingen über den Wasserfluß, 65. und es erhoben sich alle die Schafe, welche sie führten, die Pflanze derjenigen, welche sich niedergelegt und sie geführt hatten. 66. Und ich sah jene Schafe, bis sie kamen an einen guten Ort und in ein reizendes und gepriesenes Land. 67. Und ich sah jene Schafe, bis sie gesättigt wurden, und es war ein Haus in ihrer Mitte in dem reizenden Lande, und es gab (Zeiten), wo geöffnet waren ihre Augen, und es gab (Zeiten), wo man sie verblendete, bis sich erhob ein anderes Schaf und sie führte. Und alle Schafe [brachte es zurück] und geöffnet wurden ihre Augen. 68. Und es fingen an die Hunde, und die Füchse und die Waldschweine zu verschlingen jene Schafe, bis sich erhob ein anderes Schaf als Herr der Schafe, eins von ihnen, ein Widder, welcher sie führte. Und dieser Widder fing an zu stoßen hierhin und dorthin diese Hunde, und Füchse und wilden Schweine, bis er sie alle umbrachte. 69 Und jenes Schaf - geöffnet wurden seine Augen und es sah jenen Widder, inmitten der Schafe, welcher verließ seinen Ruhm, 70. und anfing zu stoßen jene Schafe, sie zu treten und einherzugehen ohne Würde. 71. Und der Herr der Schafe sendete das Schaf zu einem andern, und erhob es als Widder, zu führen die Schafe statt jenes Schafes, welches verlassen hatte seinen Ruhm. 72. Und es ging zu ihm, und redete mit ihm allein, und erhob jenen Widder, und machte ihn zum Herzog und Führer der Schafe. Und immerfort bedrängten jene Hunde die Schafe. 73. Und der erste Widder verfolgte diesen letzteren Widder. 74. Und es erhob sich dieser letztere Widder und floh hinweg von seinem Angesicht. Und ich sah, bis zu Falle brachten jene Hunde den ersten Widder. 75. Und es erhob sich jener letztere Widder und führte die kleinen Schafe. 76. Und jener Widder zeugte viele Schafe und legte sich nieder. 77. Und ein kleines Schaf wurde Widder an seiner Statt, und wurde Herzog und Führer jener Schafe. 78. Und es wuchsen und vermehrten sich jene Schafe. 79. Und alle jene Hunde und Füchse und wilden Schweine fürchteten sich und flohen vor ihm. 80. Und jener Widder schlug und tötete alles Wild, und nichts vermochte wiederum jenes Wild inmitten der Schafe, auch raubte es niemals etwas von ihnen. 81. Und jenes Haus wurde groß und weit; und erbaut wurde durch jene Schafe ein hoher Turm auf jenem Hause für den Herrn der Schafe. 82. Und niedrig war jenes Haus, aber der Turm war erhaben und sehr hoch. 83. Und der Herr der Schafe stand über jenem Turm, und einen vollen Tisch brachten sie vor ihn. 84. Und ich sah wiederum, jene Schafe, daß sie wiederum abwichen, und sie gingen viele Wege, und verließen dies ihr Haus, 85. und der Herr der Schafe rief (einige) aus der Mitte der Schafe und sendete sie zu den Schafen. 86. Aber die Schafe fingen an sie zu töten. Und eins von ihnen rettete sich und wurde nicht getötet, und entsprang und schrie über die Schafe, und sie wünschten es zu töten. 87. Und der Herr der Schafe errettete es aus der Hand der Schafe, und ließ es heraufsteigen zu mir und (dort) bleiben. 88. Und viele andere Schafe schickte er zu jenen Schafen, Zeugnis abzulegen und zu klagen über sie. 89. Und hierauf sah ich, als sie verließen das Haus des Herrn der Schafe und den Turm wegen alles ihres Abweichens und verblendeten ihre Augen, 90. und ich sah den Herrn der Schafe, daß er machte eine große Niederlage unter ihnen je auf ihrer Weide, bis schrien zu ihm jene Schafe ob dieser Niederlage, und er gab preis seinen Ort und ließ sie in der Hand der Löwen, und der Tiger, und der Wölfe, und der Hand der Füchse und aller Tiere des Feldes. 91. Und es fingen diese Tiere des Feldes an zu zerreißen jene Schafe. 92. Und ich sah, daß er verließ jenes Haus derselben und ihren Turm, und sie alle gab in die Hand der Löwen, sie zu zerreißen und zu verschlingen, in die Hände aller Tiere. 93. Und ich fing an zu schreien mit aller meiner Kraft, und rief an den Herrn der Schafe, und machte ihm Anzeige über die Schafe, weil sie verschlungen wurden von allen Tieren des Feldes. 94. Und er schwieg, indem er (es) sah, und freute sich, weil sie verschlungen und verschluckt und hinweggeschafft wurden, und er ließ sie in der Hand aller Tiere zur Speise. Und er rief 70 Hirten, und überließ ihnen jene Schafe, auf daß sie sähen nach ihnen. 95. Und er sprach zu den Hirten und zu ihren Dienern: "jeder Einzelne von euch sehe fortan nach den Schafen, und alles, was ich euch befehlen werde, tut; und ich übergebe (sie) euch nach der Zahl. 96. Und ich will euch sagen, welcher umgebracht werden wird von ihnen, und sie bringt um." Und er übergab ihnen jene Schafe. 97. Und einen anderen rief er und sagte ihm: "Vernimm und siehe alles, was tun werden die Hirten an diesen Schafen; denn sie werden umbringen aus ihrer Mitte mehr als ich ihnen befohlen habe. 98. Und alles Übermaß und Umbringen, welches begehen werden die Hirten, - geschrieben werde es, wie viele sie umbrachten nach meinem Befehl, und wie viele sie umbrachten nach ihrem Kopfe. 99. Und alles Umbringen des einzelnen Hirten - geschrieben werde darüber, und nach der Zahl lies mir vor, und wie viele sie umbrachten nach ihrem Kopfe, und wie viele sie dahingaben zum Umbringen, auf daß mir sei dieses Zeugnis über sie, auf daß ich kenne alles Tun der Hirten, daß ich sie hingebe und sehe, was sie tun, ob sie handeln nach meinem Befehle, wie ich ihnen befohlen habe, oder nicht. 100. Und kein Einsehen werden sie haben, und nicht sollst du sie sehend machen, noch sie zurechtweisen; aber verzeichnet werde alles Umbringen der Hirten, eines jeden in seiner Zeit, und bring herauf zu mir alles." Und ich sah, bis daß jene Hirten Aufsicht hatten in ihrer Zeit. Und sie fingen an zu töten und umzubringen viele über ihren Befehl, 101. und sie ließen jene Schafe in der Hand der Löwen. Und es verschlangen und verschluckten den größten Teil der Schafe Löwen und Tiger, und wilde Eber verschlangen mit ihnen. Und sie verbrannten jenen Turm und untergruben jenes Haus der Schafe. 103. Und hierauf vermochte ich nicht zu sehen jenes Haus. 104. Und die Hirten und ihre Diener gaben jene Schafe hin allen Tieren, auf daß sie sie verschlangen; und jedes einzelne von ihnen in seiner Zeit und Zahl wurde hingegeben. Und jeden Einzelnen von ihnen mit dem anderen verzeichnete er in einem Buche, wie viele er umbrachte von ihnen, mit dem anderen, in einem Buche. 105. Und mehr als ihnen befohlen war, tötete je der Einzelne und brachte er um. 106. Und ich fing an zu weinen, und war gar sehr erzürnt wegen der Schafe. 107. Und so sah ich in dem Gesicht ihn, welcher schrieb, wie er aufschrieb den Einzelnen, welcher umgebracht war von jenen Hirten an jedem Tage; und er stieg hinauf, und blieb und zeigte sein ganzes Buch dem Herrn der Schafe, alles, was sie getan hatten, und alle, welche jeder hinwegschaffte von ihnen, 108. und alles, was sie dahin gegeben hatten zum Umbringen. 109. Und das Buch wurde gelesen vor dem Herrn der Schafe, und er nahm das Buch in seine Hand, und las es, und versiegelte es und legte es hin. 110. Und hierauf sah ich, daß Aufsicht führen Hirten zwölf Stunden lang. 111. Und siehe! drei von jenen Schafen kehrten um und traten ein, und fingen an zu bauen alles, was verfallen war von jenem Hause. 112. Und die Eber des Feldes hinderten sie und vermochten nichts. 113. Und sie fingen an wiederum zu bauen, wie zuvor, und richteten auf jenen Turm, und man nannte den Turm hoch. 114. Und sie fingen an wiederum zu setzen vor den Turm eine Tisch, und alles Brot, welches darauf, war unsauber und nicht rein; 115. und über alles waren dieser Schafe Augen verblendet und sie sahen nicht, und auch ihre Hirten wie sie. 116. Und sie gaben auch die Hirten hin zum Umbringen in Menge, und mit ihren Füßen zertraten sie die Schafe und verschlangen sie. 117. Und der Herr der Schafe schwieg, bis vermindert waren alle Schafe auf dem Felde, und sie vermischten sich mit ihnen, und retteten sie nicht aus der Hand der Tiere. 118. Und jener, welcher schrieb das Buch, brachte es hinauf, und zeigte es und las in den Wohnungen des Herrn der Schafe, und bat ihn ihretwegen und betete, indem er anzeigte jede Tat der Hirten, und zeugte vor ihm gegen alle Hirten. Und er nahm, legte hin bei ihm das Buch, und ging hinaus.
Kap. 89