Er ritt zur Herberge in welcher Herrlichkeit! 979
Sein Sper war gewaltig, stark dazu und breit;
Eine schmucke Waffe hieng ihm herab bis auf den Sporn;
Von rothem Golde führte der Held ein herrliches Horn.
Von beßerm Birschgewande hört ich niemals sagen. 980
Einen Rock von schwarzem Zeuge sah man ihn tragen
Und einen Hut von Zobel, der reich war genug.
Hei! was edler Borten an seinem Köcher er trug!
Ein Vlies von einem Panther war darauf gezogen 981
Des Wohlgeruches wegen. Auch trug er einen Bogen:
Mit einer Winde must ihn ziehen an,
Wer ihn spannen wollte, er hätt es selbst denn gethan.
Von fremden Tierhäuten war all sein Gewand, 982
Das man von Kopf zu Füßen bunt überhangen fand.
Aus dem lichten Rauchwerk zu beiden Seiten hold
An dem kühnen Jägermeister schien manche Flitter von Gold.
Auch führt' er Balmungen, das breite schmucke Schwert: 983
Das war solcher Schärfe, nichts blieb unversehrt,
Wenn man es schlug auf Helme: seine Schneiden waren gut.
Der herrliche Jäger trug gar hoch seinen Muth.
Wenn ich euch der Märe ganz bescheiden soll, 984
So war sein edler Köcher guter Pfeile voll,
Mit goldenen Röhren, die Eisen händebreit.
Was er traf mit Schießen, dem war das Ende nicht weit.
Da ritt der edle Ritter stattlich aus dem Tann. 985
Gunthers Leute sahen, wie er ritt heran.
Sie liefen ihm entgegen und hielten ihm das Ross:
Da trug er an dem Sattel einen Bären stark und groß.
Als er vom Ross gestiegen, löst' er ihm das Band 986
Vom Mund und von den Füßen: die Hunde gleich zur Hand
Begannen laut zu heulen, als sie den Bären sahn.
Das Thier zu Walde wollte: das erschreckte manchen Mann.
Der Bär durch die Küche von dem Lärm gerieth: 987
Hei! was er Küchenknechte da vom Feuer schied!
Gestürzt ward mancher Keßel, verschleudert mancher Brand;
Hei! was man guter Speisen in der Asche liegen fand!
Da sprang von den Sitzen Herr und Knecht zumal. 988
Der Bär begann zu zürnen; der König gleich befahl
Der Hunde Schar zu lösen, die an den Seilen lag;
Und war es Wohl geendet, sie hätten fröhlichen Tag.