Da waren auch bedürftige Leute bei der Hand, 1485
Die sie gerne nahmen: denen wurden sie gesandt.
Da schmückten mit Gewanden so reich die Gäste sich,
Wie es Königsboten herrlich stand und wonniglich.
Da gieng mit Urlaube hin, wo der König saß 1486
Etzels Ingesinde: gerne sah man das.
Herr Hagen gleich den Boten vom Sitz entgegen sprang,
Sie freundlich zu begrüßen: des sagten ihm die Knappen Dank.
Da hub er um die Kunde sie zu befragen an, 1487
Wie Etzel sich gehabe und Die ihm unterthan.
Da sprach der Fiedelspieler: "Nie beßer stands im Land,
Das Volk war niemals froher, das sei euch wahrlich bekannt."
Er führte sie dem Wirthe zu; der Königssaal war voll: 1488
Da empfieng man die Gäste, wie man immer soll
Boten freundlich grüßen in andrer Könge Land.
Werbel der Recken viel bei König Gunthern fand.
Der König wohlgezogen zu grüßen sie begann: 1489
"Willkommen, beide Fiedler, die Etzeln unterthan,
Mit euern Heergesellen: wozu hat euch gesandt
Etzel der reiche zu der Burgunden Land?"
Sie neigten sich dem König. Da sprach Werbelein: 1490
"Euch entbietet seine Dienste der liebe Herre mein
Und Kriemhild eure Schwester hieher in dieses Land:
Sie haben uns euch Recken auf gute Treue gesandt."
Da sprach der reiche König: "Der Märe bin ich froh. 1491
Wie gehabt sich Etzel," der Degen fragte so,
"Und Kriemhild meine Schwester in der Heunen Land?"
Da sprach der Fiedelspieler: "Das mach ich gern euch bekannt.
"Beßer wohl gehabten sich Könge nirgend mehr 1492
Und fröhlicher, das wißet, als die Fürsten hehr
Und ihre Degen alle, Freund und Untertan.
Sie freuten sich der Reise, da wir schieden hindann,"
"Nun Dank ihm für die Dienste, die er mir entbeut, 1493
Ihm und meiner Schwester: gern erfahr ich heut,
Daß sie in Freuden leben, der König und sein Lehn;
Meine Frage war nach ihnen in großen Sorgen geschehn."
Die beiden jungen Könige waren auch gekommen, 1494
Die hatten diese Märe eben erst vernommen.
Geiselher der junge die Boten gerne sah
Aus Liebe zu der Schwester; gar minniglich sprach er da: