Gunther der kühne mit williger Hand 2393
Empfieng die hehren Helden aus Amelungenland.
Geiselher der junge die lichten Helme gut
Macht' er in dem Sturme Manchem naß und roth von Blut.

Dankwart, Hagens Bruder, war ein grimmer Mann: 2394
Was er zuvor im Streite Herrliches gethan
An König Etzels Recken, das schien nun gar ein Wind:
Nun erst begann zu toben des kühnen Aldrians Kind.

Ritschart und Gerbart, Helfrich und Wichart 2395
In manchen Stürmen hatten die selten sich gespart:
Das ließen sie wohl schauen die in Gunthers Lehn.
Da sah man Wolfbranden in dem Sturme herrlich gehn.

Da focht, als ob er wüthe, der alte Hildebrand. 2396
Viel gute Recken musten vor Wolfhartens Hand
Auf den Tod getroffen sinken in das Blut:
So rächten Rüdgers Wunden diese Recken kühn und gut.

Da focht der Herzog Siegstab, wie ihm der Zorn gebot. 2397
Hei! was harter Helme brach in des Sturmes Noth
An seinen Feinden Dietrichens Schwestersohn!
Er konnt in dem Sturme nicht gewaltiger drohn.

Volker der Starke, als er das ersah, 2398
Wie Siegstab der kühne aus Panzerringen da
Bäche Blutes holte, das schuf dem Biedern Zorn:
Er sprang ihm hin entgegen: da hatte hier bald verlorn

Von dem Fiedelspieler das Leben Siegstab: 2399
Volker ihm seiner Künste so vollen Anteil gab,
Er fiel von seinem Schwerte nieder in den Tod.
Der alte Hilbrand rächte das, wie ihm sein Eifer gebot.

"O weh des lieben Herren," sprach Meister Hildebrand, 2400
"Der uns hier erschlagen liegt von Volkers Hand!
Nun soll der Fiedelspieler auch länger nicht gedeihn."
Hildebrand der kühne wie könnt er grimmiger sein.

Da schlug er so auf Volker, daß von des Helmes Band 2401
Die Splitter allwärts stoben bis zu des Saales Wand,
Vom Helm und auch vom Schilde dem kühnen Spielmann;
Davon der starke Volker nun auch sein Ende gewann.

Da drangen zu dem Streite Die in Dietrichs Lehn: 2402
Sie schlugen, daß die Splitter sich wirbelnd musten drehn
Und man der Schwerter Enden in die Höhe fliegen sah.
Sie holten aus den Helmen heiße Blutbäche da.