Da zog er von dem Finger ein golden Ringelein
Und warfs ihr vor die Füße: "Hebt ihr das Fingerlein
Vom Boden auf, so spracht ihr die Wahrheit, edel Weib."
Sie bückte sich zum Golde: da brach entzwei ihr werther Leib.

So war auch erlegen Kriemhild, o weh der Noth:
Wie so gar unmüßig war da der Tod.
Dietrich und Etzel huben zu weinen an,
Und inniglich klagen sah man so Weib als Mann.

Da war der Helden Herrlichkeit hingelegt im Tod,
Die Leute hatten alle Jammer und Noth.
Mit Leid war beendet des Königs Lustbarkeit,
Wie immer Leid die Freude am letzten Ende verleiht.

Ich kann euch nicht bescheiden was seither geschah,
Als daß man Fraun und Ritter immer weinen sah,
Dazu die edeln Knechte, um lieber Freunde Tod.
Hier hat die Mär ein Ende: das ist die Nibelungennoth.