Sindold und Hunold und auch Gernot 205
Die schlugen in dem Streite viel der Helden todt,
Eh sie ihrer Kühnheit noch selber mochten traun:
Das musten bald beweinen viel der waidlichen Fraun.

Volker und Hagen und auch Ortwein 206
Leschten in dem Streite manches Helmes Schein
Mit fließendem Blute, die Kühnen in der Schlacht.
Von Dankwarten wurden viel große Wunder vollbracht.

Da versuchten auch die Dänen waidlich ihre Hand; 207
Von Stößen laut erschallte mancher Schildesrand
Und von den scharfen Schwertern, womit man Wunden schlug.
Die streitkühnen Sachsen thaten Schadens auch genug.

Als die Burgunden drangen in den Streit, 208
Von ihnen ward gehauen manche Wunde weit:
Ueber die Sättel fließen sah man das Blut;
So warben um die Ehre diese Ritter kühn und gut.

Man hörte laut erhallen den Helden an der Hand 209
Ihre scharfen Waffen, als Die von Niederland
Ihrem Herrn nachdrangen in die dichten Reihn;
Die zwölfe kamen ritterlich zugleich mit Siegfried hinein.

Deren vom Rheine kam ihnen Niemand nach. 210
Man konnte fließen sehen den blutrothen Bach
Durch die lichten Helme von Siegfriedens Hand,
Eh er Lüdegeren vor seinen Heergesellen fand.

Dreimal die Kehre hat er nun genommen 211
Bis an des Heeres Ende; da war auch Hagen kommen:
Der half ihm wohl vollbringen im Kampfe seinen Muth.
Da muste bald ersterben vor ihnen mancher Ritter gut.

Als der starke Lüdeger Siegfrieden fand, 212
Wie er so erhaben trug in seiner Hand
Balmung den guten und da so Manchen schlug,
Darüber ward der Kühne vor Zorn ingrimmig genug.

Da gab es stark Gedränge und lauten Schwerterklang, 213
Wo ihr Ingesinde auf einander drang.
Da versuchten desto heftiger die beiden Recken sich;
Die Scharen wichen beide: der Kämpen Haß ward fürchterlich.

Dem Vogt vom Sachsenlande war es wohl bekannt, 214
Sein Bruder sei gefangen: drum war er zornentbrannt;
Nicht wust er, ders vollbrachte, sei der Sieglindensohn.
Man zeihte des Gernoten; hernach befand er es schon.