Unverzüglich machte sich der Mann auf die Verfolgung des Hodschas. Der flüchtete sich, als er ihn kommen sah, in eine Mühle; und er sagte zu dem Müller: »Siehst du den Mann, der heransprengt? es ist ein Scherge, der dich greifen will.«

»Was soll ich da tun?« fragte der Müller erschrocken.

»Nimm meine Kleider und ich will die deinigen nehmen; klettere auf den Baum und verstecke dich.«

Der Kleidertausch war kaum vollzogen, und der Müller hatte sich kaum auf dem Baume versteckt, als der Mann ankam. Er sah niemand als den Hodscha in der Tracht des Müllers, und der Hodscha blickte auffällig auf den Baum hinauf. Nun bemerkte der Mann den vermeintlichen Hodscha. Da er zu Pferde war, stieg er ab und übergab das Pferd dem falschen Müller; dann zog er seine Kleider aus, um sie nicht beim Klettern zu beschmutzen.

Ungesäumt bemächtigte sich der Hodscha der Kleider und stieg auf das Pferd; und indem er davonritt, schrie er dem Gefoppten zu: »Kennst du mich jetzt, Gesell?«

Nun ließ der arme Mann von dem Müller ab, stieg vom Baume herunter und machte sich nackt und ohne Pferd auf den Heimweg. Und seine Frau fragte ihn, als er so ankam: »Was hast du gemacht?«

»Ich habe den Hodscha eingeholt,« sagte er und fuhr, um Scheltworten auszuweichen, fort: »Das, was er dir gesagt hat, war wahr; darum habe ich ihm auch zur Belohnung für seine guten Dienste mein Pferd und meine Kleider geschenkt.«

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EInes Tages fragte man den Hodscha, um ihn zu hänseln: »Wohin ist denn dein Grind gekommen?«

Und der Hodscha antwortete: »Von euch habe ich ihn bekommen, und euch habe ich ihn zurückgegeben.«