DEr Hodscha hatte einmal die Pilgerreise nach Mekka gemacht, und an der Tür der Kaaba drängte sich das Volk. Auch ein Neger war darunter und die Leute schrien: »Herr, duldest du denn hier die schwarze Fratze dieses Ungläubigen?«

Da sagte der Hodscha: »Warum beschimpft ihr ihn wegen seiner Farbe? Er ist wenigstens imstande, seine Sünden auf sein Äußeres zu schieben; wenn wir das täten, so wären wir, ihr und ich, schwärzer als er.«

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EInes Tages schrie der Sohn des Hodschas: »Komm, Vater! in dem Topfe da ist ein Mann und ich fürchte mich.«

Nachdem der Hodscha hingetreten war und im Topfe sein eigenes Bild gesehn hatte, sagte er zu dem Knaben: »Sei nur ruhig; das ist nur ein alter Mann, der die kleinen Kinder schrecken will.«

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DEr Sohn des Hodschas sprach eines Tages bei sich: »Wenn die Dichter Verse machen, warum sollte ich nicht auch welche machen?«

Ganz voll von dem Gedanken ging er weg, und er kam zu einer Quelle in der Nachbarschaft; nachdem er dort lange gesonnen hatte, gelang ihm endlich der Vers:

Ein Baum, ein Baum steht am Rande einer Quelle.

Ganz zufrieden mit diesem hübschen Gedichte trug er es seiner Mutter vor, und die wiederholte es dem Vater. Der sagte: »Wir müssen alle unsere Nachbarn versammeln und sie zu einem Festmahle einladen, damit wir Freude haben an unserm verständigen Sohne.«