[315.]

DEr Hodscha ging sich einmal ein Paar Hosen kaufen; für den Heimweg zog er sie schon an. Einige Freunde, die ihn damit sahen, setzten es sich in den Kopf, ihm einen Streich zu spielen; zu diesem Zwecke verteilten sie sich auf dem Wege, und der, der ihm als erster begegnete, sagte zu ihm nach Gruß und Gegengruß: »Was machst du mit den Hosen? du brauchst sie doch nicht; gib sie mir.«

»Geh heim,« antwortete der Hodscha, »und laß mich in Ruh.«

Fünfmal hatte sich dieses Gespräch zwischen dem Hodscha und je einem von den Gesellen wiederholt, bis sich der Hodscha endlich stellte, als hätte er sich überreden lassen; er sagte zu dem, mit dem er sprach, indem er ihm das Bein hinhielt: »So nimm sie denn meinetwegen.«

Als sich der Mann bückte, um ihm die Hosen abzuziehen, gab ihm der Hodscha einen Tritt, daß er sich auf dem Boden wälzte, und schrie: »Merk dirs doch einmal: Um Streiche zu spielen, bin ich da!«

[316.]

AUf einem Spaziergange kam der Hodscha zu einem großen Baume; er betrachtete ihn und fragte sich, was für ein Baum das sei. Schließlich warf er, um sich darüber zu vergewissern, einen Stein in die Äste, und der fiel alsbald wieder herunter.

»Jetzt weiß ichs,« schrie er, »was du bist! ich kenne dich leicht an der Frucht.«

[317.]

DIe Frau des Hodschas Nasreddin wusch das Haus; in dieser gebückten Stellung betrachtete er sie, und da sah er deutlich, daß sie zwei Löcher hatte. »Weib,« schrie er, »du hast also zwei! das habe ich gar nicht gewußt; aber heute Nacht will ich sie alle beide hernehmen, und um es ja nicht zu vergessen, will ich den ganzen Tag kein Wort sagen, ohne hinzuzusetzen: ›Ich werde mich an beiden ergötzen.‹«