Eine ausführliche Studie hat dem Stoffe Köhler (II, S. 594 ff.) gewidmet; dazu vgl. meine Nachträge bei Morlini, S. 309 und Rittershaus, S. 366 ff.

[237.] Sottisier, Nr. 174; Tewfik, Nr. 61; Nouri, S. 85 ff.; Griechisch, Nr. 2; Serbisch, S. 117 ff. und 16 ff.; Kroatisch, S. 19 ff.

Köhler, I, S. 507; Fourberies, S. 52 ff.

Über das Motiv der Schweigwette handelt ein Aufsatz von Clouston, The silent couple, in den Popular Tales und Fictions, II, S. 15 ff.; Clouston betrachtet als Quelle der unzähligen, diesen Stoff behandelnden Geschichten eine tamulische Erzählung, die französisch bei J. A. Dubois, La Pantcha-tantra etc., Paris, 1826, S. 363 ff. steht und von der er im Book of Noodles, S. 171 ff. eine Übertragung gibt. Der Inhalt ist, soweit er uns hier angeht, kurz der: Vier Brahmanen werden auf der Landstraße von einem Soldaten gegrüßt. Es entspinnt sich ein Streit unter ihnen, wem von ihnen eigentlich der Gruß gegolten habe, und schließlich laufen sie dem Soldaten nach, um ihn darüber zu befragen; der Soldat antwortet ihnen, sein Gruß gehöre dem größten Narren unter ihnen. Nun beschließen sie, diese neuerliche Frage, wer nämlich von ihnen der größte Narr sei, dem Gerichte von Dharmapuri vorzulegen, und dieses trägt ihnen zur leichtern Entscheidung auf, daß jeder ein bemerkenswertes Erlebnis erzähle, um seinen Anspruch auf die Würde des größten Narren zu rechtfertigen. Der dritte Brahmane erzählt dann die Geschichte, wie er mit seinem Weibe gewettet habe, wer es am längsten aushalten werde, zu schweigen usw.

Eine merkwürdige Übereinstimmung mit der Geschichte der vier Brahmanen bieten zwei süditaliänische Überlieferungen, wo sich drei Dummköpfe streiten, wem von ihnen ein Gruß zukomme: die eine stammt aus Neapel und ist von V. della Scala im I. Jahrgange des Giambattista Basile unter dem Titel ’O cunto d’ ’o soluto d’ ’e tre cafune veröffentlicht, die andere steht als Nr. 6 unter den von G. Amalfi gesammelten XII facezie e motti raccolti in Piano di Sorrento im Archivio, XXI, S. 360 ff.[130]; in beiden Fällen entspricht die Erzählung des dritten Bewerbers um den Dummheitspreis der des dritten Brahmanen[131]. An die Stelle des fiktiven Gutes, des Grußes, tritt in der 1. Novelle der 8. Nacht in Straparolas Piacevoli notti ein wirkliches und zwar ein Kleinod, das von drei Findern dem gehören soll, der der faulste ist; die Erzählung des dritten bringt dann die Schweigwette.

Obwohl das Motiv von dem Wettstreite der drei Faulen ungeheuer verbreitet ist[132], kommt doch die Schweigwette in den bekannten Versionen nirgends sonst vor als bei Straparola; in der Form einer selbständigen Erzählung begegnet sie jedoch außerordentlich häufig. Siehe darüber Pitrè, III, S. 326 ff. und IV, S. 443, Crane, S. 284 ff. und 378, Clouston, Noodles, S. 107 ff., Landes, Contes et légendes annamites, S. 317, Rua a. a. O., Basset in der RTP, XII, S. 412 und XV, S. 283 ff., Amalfi a. a. O., Bolte, Das Danziger Theater im 16. und 17. Jahrhundert, Hamburg, 1895, S. 226 ff., Köhler, II, S. 576 ff., Lidzbarski, S. 179 und 184, dazu Bolte in der Z. f. vgl. Littg., N. F., XIII, S. 234, Brie, Eulenspiegel in England, Berlin, 1903, S. 118, Chauvin, VIII, S. 132 und Dähnhardt, Natursagen, Leipzig, 1907 ff., I, S. 233 ff.

[238.] Sottisier, Nr. 176.

Vgl. die bei Bolte zu Montanus, S. 578 ff. und bei G. Rua, Novelle del »Mambriano« del Cieco da Ferrara, Torino, 1888, S. 56 ff. angegebenen Schwänke, die ein deutliches Bild geben, wie beliebt derartige Erzählungen bei unsern Altvordern waren. Zu der 39. Novelle im Grand parangon des nouvelles nouvelles von Nicolas de Troyes, Paris, 1869, S. 148 ff.: D’une fille qui ne vouloit point avoir de mary qui eust genitoires, die Rua zitiert, wäre auf das Gedicht Von dem striegelein in den von A. v. Keller herausgegebenen Erzählungen aus altdeutschen Handschriften, Stuttgart, 1855, S. 412 ff. zu verweisen gewesen.

Zu der in Diarbekr üblichen Redewendung vgl. folgende Stelle in der 103. Facetie Poggios, zu der die harmlose Erklärung des Sprichworts Alla barba bei Seb. Pauli, S. 268 ff. nicht recht stimmen will: Est communis loquendi modus, cum quis ventris crepitum edidit, ut circumstantes: Ad barbam ejus, qui nihil cuiquam debet, dicant.

[239.] Sottisier, Nr. 177.