Der Hodscha antwortete: »Kauf ihn nur ruhig; der Schwanz ist nicht weit.«
DEr Hodscha kam von einem langen Ritte zurück; sein Esel, der arg durstig geworden war, bemerkte ganz in seiner Nähe eine Pfütze, deren Ränder aber sehr steil abfielen. Kaum hatte er das Wasser gesehn, so sprengte er darauf zu; und er war schon daran, sich hinunterzustürzen, als die Frösche, die dort hausten, zu quaken begannen. Erschreckt wich der Esel zurück.
Der Hodscha lief hin, packte ihn und schrie: »Schönen Dank, meine lieben Sumpfvögel; da habt ihr auch etwas, um euch Kuchen zu kaufen.« Und er warf ihnen ein Dreiparastück ins Wasser.
ZU der Zeit des Hodschas Nasreddin-Effendi erstanden drei Mönche, ausgezeichnet in jeder Wissenschaft, und die reisten durch die Welt. Auf dieser Wanderschaft kamen sie auch in das Land des Sultans Alaeddin, und der lud sie ein, den Glauben anzunehmen. Sie sagten: »Wir haben jeder eine Frage; wenn uns die beantwortet werden, so wollen wir euerm Glauben beitreten.« Und darauf einigte man sich.
Sultan Alaeddin versammelte seine Gelehrten und Weisen; aber keiner von ihnen war imstande, eine Antwort zu geben. Voll Zorn sagte Sultan Alaeddin: »So gibt es denn in meinem Lande keinen Weisen oder Gelehrten, der ihnen antworten könnte!«; und er war sehr bekümmert.
Da sagte einer: »Diese Fragen kann niemand sonst beantworten, als der Hodscha Nasreddin-Effendi; der kann es vielleicht.«
Alsbald befahl der König, zu Nasreddin-Effendi einen Tataren zu schicken. Der beeilte sich, zu dem Hodscha zu gelangen, und meldete ihm den Befehl des Padischahs; augenblicklich sattelte Nasreddin seinen Esel, nahm seinen Stock als Stütze, stieg auf den Esel, sagte dem Tataren: »Reite vor mir«, und eilte geradewegs zum Serail Sultan Alaeddins.