IN der Zeit, wo der Hodscha Hatib[78] war, hatte er einen Streit mit dem Unterbaschi[79], und der starb, bevor sie sich versöhnt gehabt hätten. Als er nun begraben werden sollte, gingen die Leute zum Hodscha und sagten zu ihm: »Komm ihm, Effendi, die Anweisung erteilen[80]

Aber der Hodscha antwortete: »Das hat wenig Sinn; wer auf mich böse ist, achtet nicht auf meine Reden.«

[107.]

ES saßen zweie ihren Häusern gegenüber in einer Bude und plauderten miteinander; ihre Häuser stießen aneinander. Da kam ein Hund und machte seinen Kot mitten in die Straße vor ihren Häusern. Der eine sagte: »Das ist auf deiner Seite.« Der andere sagte: »Es ist näher bei dir; du mußt es wegputzen.«

Der Streit wurde hitzig und sie gingen aufs Gericht; kaum waren sie dort, so kam auch der Hodscha hin, der den Kadi besuchen wollte. Und der Kadi sagte spöttisch zu ihm: »Hodscha, beschäftige du dich mit dem Streitfalle dieser Leute.«

Der Hodscha fragte sie: »Ist euere Straße eine Heerstraße?«

Der eine antwortete: »Freilich ja.«

»Dann«, sagte der Hodscha, »lautet mein Spruch, daß es weder an dir, noch an dir ist, den Kot wegzuputzen; das ist Sache des Kadis.«

[108.]

EInes Tages lief das Kalb des Hodschas brüllend bald hierhin, bald dorthin. Alsbald packte der Hodscha seinen Stock und schlug auf die Kuh los. Da sagten die Leute zu ihm: »Was hat denn die Kuh angestellt, daß du sie schlägst?«