[124.]

DEr Hodscha ging eines Tages zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen; da sah er drinnen das Spiegelbild des Mondes, als ob der hineingefallen wäre, und sagte: »Man muß ihn augenblicklich herausziehen.« Er nahm einen Strick, woran ein Haken befestigt war, und ließ ihn in den Brunnen hinunter.

Der Haken fing sich an einem Steine und der Strick riß, so daß der Hodscha auf den Rücken fiel; da sah er nun den Mond am Himmel. »Gott sei gelobt und gepriesen,« rief er aus; »ich habe mir ja wehgetan, aber wenigstens ist der Mond wieder an Ort und Stelle.«

[125.]

EInes Tages stieg der Hodscha in einem fremden Garten auf einen Aprikosenbaum, und der Eigentümer kam dazu; der sagte: »Was machst du da?«

»Siehst du denn nicht,« antwortete der Hodscha, »daß ich eine Nachtigall bin? Ich singe.«

»Gut,« sagte der andere, »singe also; ich will dir zuhören.«

Der Hodscha begann zu singen, und der Gartenbesitzer sagte unter schallendem Gelächter: »Ein nettes Gezwitscher.«

Der Hodscha antwortete: »Eine ungelernte Nachtigall singt nicht anders.«