DEr Hodscha Nasreddin spielte gut Schach und gab gelegentlich gern den Spielern Ratschläge; einmal aber ärgerte er sich und schwur, seine Frau zu verstoßen, wenn er sich wieder mit seinen Ratschlägen einmengen werde. Ein paar Tage darauf kam er auf seinem Spaziergange an einen Ort, wo gerade ein Spiel im Gange war; er trat näher und sah zu, und nun bemerkte er, daß der eine Spieler hätte anders ziehen sollen, als er getan hatte. Da riß ihm auch schon die Geduld und er sagte: »Aber Mensch, stell doch deine Königin auf das nächste Feld, und du gibst ein Matt.«
Da sagten die Leute dort: »Wieso getraust du dich zu reden, Hodscha? hast du nicht geschworen, deine Frau zu verstoßen, wenn dir das geschehn sollte?«
Der Hodscha antwortete: »Es war nur im Scherze, daß ich dreingeredet habe; geheiratet habe ich übrigens auch nicht anders.«
EInes Tages saß der Hodscha unter einer großen Pappel, und man fragte ihn: »Was für ein Baum ist das?«
Der Hodscha sah in die Höhe und sagte: »Wie schön der Baum ist!«
In demselben Augenblicke ließ ein Rabe, der oben saß, seinen Kot auf den Hodscha fallen; der sah nach und fand, daß es etwas weißes war. Nun nahm er das Gespräch wieder auf und sagte: »Ihr wißt also nicht, was für ein Baum das ist?«
Die andern sagten: »Nein.«
Und er sagte: »Also seht mich an: es ist ein Quarkbaum.«