Auf dem Rückwege kaufte der Hodscha zwei Stück Seife; daheim erhitzte er dann Wasser in einem Kessel und begann das Huhn zu waschen. Damit plagte er sich, bis die Seife verbraucht war; aber er stellte fest, daß die Farbe des Huhns auch nicht ein bißchen heller geworden war. Geärgert schrie er: »Nach dem, was ich sehe, hat der Färber wahrlich die Farbe nicht gespart! Ein wackerer Mann, der es gefärbt hat!«

[143.]

NAsreddin hatte von einem zehn Gänse übernommen, um sie aufs Feld zu treiben; als er sie nun weiden ließ, verlor sich eine davon. Als das Ende des Monats gekommen war, ging der Hodscha seinen Lohn fordern. Aber der Eigentümer sagte: »Da fehlt ja eine Gans; was ists mit ihr?«

Der Hodscha zählte sie und sagte: »Sieh doch, es sind ja zehn.«

Nun zählte sie der andere und fand, daß es nur neun waren. Es entstand ein großer Streit zwischen ihnen und schließlich sagte der Hodscha: »Um zu einem Ende zu kommen, wollen wir zehn Leute holen und sie zu den Gänsen bringen; jeder nimmt eine, und wenn es sich zeigt, daß jeder eine hat, so ist alles in Ordnung.«

Der Eigentümer der Gänse nahm den Vorschlag an: es geschah alles, wie es gesagt worden war, und einer blieb ohne Gans. Der wandte sich zum Hodscha: »Schau, für mich ist keine geblieben; was sollen wir da tun?«

»Ja, Freund,« antwortete der Hodscha, »du hättest eben eine nehmen sollen, solange ihrer da waren.«

[144.]

EInes Tages kam man dem Hodscha sagen, daß ein Schüler ertrinke, und fragte ihn: »Wie sollen wir es anstellen, um ihn aus dem Wasser zu ziehen?«