Sie gingen mit ihm zum Bei; der behandelte ihn mit Ehrerbietung und fragte ihn: »Was verordnest du meinem Sohne?«

»Gibts hier ein wenig Brot, Butter und Honig?«

»Jawohl.«

»Man bringe es,« sagte der Hodscha; »ich will mit einer ärztlichen Beschwörung beginnen und in der Folge ein vortreffliches Heilmittel herstellen.«

Alles, was er gesagt hatte, wurde gebracht. Sofort mischte er die Butter und den Honig zusammen; um dann die Wirkung dieser kräftigen Arznei zu versuchen, begann er davon zu essen. Einen Augenblick darauf hörte er innen im Harem sagen: »Arzt, was machst du nur? das Kind ist gestorben.«

»Wir wären schon alle zwei tot,« antwortete er, »wenn ich nicht jetzt gegessen hätte.«

[155.]

DEr Hodscha reiste einmal in der Welt herum und kam so in eine gewisse Stadt. Er fiel dort den Leuten auf, und sie fragten ihn um seinen Beruf. »Mit der Erlaubnis Gottes«, sagte er, »erwecke ich die Toten.« Sie glaubten ihm; sie gaben ihm eine Frau und ließen es ihm nicht an Speise und Trank fehlen und so lebte er vergnügt etwa ein Jahr.

Nun geschah es mit Gottes Willen, daß in der Stadt einer starb; es war ein Weber. Die Leute liefen zum Hodscha und sagten zu ihm: »Komm ihn erwecken.« Er ging hin, stellte sich dem Toten zu Häupten und sagte: »Was war dieser Mann?« Die um ihn antworteten: »Ein Weber.«