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DEr Hodscha hatte einen bösen Nachbar, mit dem er Haus an Haus unter einunddemselben Dache wohnte. Da er mit ihm immer im Streite lebte, gedachte er ihms einmal heimzuzahlen; er zündete sein Haus an, damit so auch das des Nachbars verbrenne, und lief aus der Stadt, damit nicht der Verdacht auf ihn falle.

Als dann beide Häuser brannten, sammelte sich eine große Volksmenge an; aber anstatt das Feuer zu löschen, schleppten sie aus beiden Häusern fort, was jeder tragen konnte. Die Leute sagten es Nasreddin, daß sein Haus brenne, er jedoch antwortete kaltblütig: »Schade, daß ich nicht zu Hause war; ich hätte auch etwas packen können. Weil ich aber nun beim Stehlen nicht dabei sein konnte, will ich mich jetzt wenigstens etwas wärmen hingehn.«

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EInmal kam Nasreddin zu einem Freunde auf dem Dorfe, um bei ihm zu übernachten, und er war sehr hungrig. Der Freund war sehr arm, und an Speisen war nichts vorhanden als ein gesottener Kürbis, der gerade vom Feuer weggenommen worden war. Nasreddin sagte: »Gebt her, was da ist; ich falle vor Hunger um.«

Man legte den Kürbis auf einen Teller und setzte ihm ihn vor: Nasreddin langte zu und steckte eine Handvoll in den Mund; aber der Kürbis war so heiß, daß er ihm Zunge und Mund verbrannte, und Nasreddin mußte alles ausspucken. Nun fragte er: »Was ist das, um Gotteswillen?« und sie antworteten ihm: »Das ist Kürbis, Herr.«

Am nächsten Morgen zog Nasreddin weiter. Unterwegs sah er an einem Zaune etliche Kürbisse hängen, und fragte seinen Führer: »Was ist das?« »Kürbis, Herr,« antwortete der Führer.

Da hielt Nasreddin sein Pferd an, blies auf die Kürbisse, was er nur konnte, und sagte: »Pfui, Gott vernichte dich, du Unglückszeug!«

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