Nun sagte Nasreddin: »Auch mir ist es so ergangen; aber behalte es bei dir und sag niemand etwas.«
EIn Bauer, der seinen Esel verloren hatte, bat den Hodscha Nasreddin, in der Moschee zu verkündigen, daß ihn der Finder seinem Herrn zurückgeben solle. Als das allgemeine Gebet vorüber war, sagte Nasreddin: »Muselmanen, wer von euch sein ganzes Leben lang keinen Kaffee und keinen Schnaps getrunken hat, wer nie geraucht hat, wer nie Karten, Brett oder Dame gespielt hat, wer nie die Geselligkeit gesucht hat, der trete vor, damit ich ihn sehe.«
Alle, die in der Moschee anwesend waren, dachten, daß keiner dasei, wie ihn der Hodscha beschrieben habe, und daß sich niemand unterstehn werde, vorzutreten; aber es trat doch einer vor, und der sagte zum Hodscha: »Ich habe Zeit meines Lebens weder Wein, noch Kaffee getrunken, habe keinerlei Spiel gespielt und war nie in einer Gesellschaft.«
Da drehte sich der Hodscha um und rief: »Wo ist denn der, der den Esel verloren hat? Schau, da ist einer, den nimm; einen größern Esel als den wirst du nie finden.«
EInmal kam ein Woiwode bei dem Dorfe des Hodschas Nasreddin vorbei; und die Einwohner schickten Nasreddin als ihren Gesandten zu ihm, damit er ihm die Huldigung aller Bauern darbringe. Als der Woiwode Wuchs und Gestalt Nasreddins sah, sagte er zu ihm: »Hat sich denn kein Mensch gefunden, den die Bauern hätten zu mir schicken können, daß sie mir dich geschickt haben?«
Unverzüglich antwortete Nasreddin: »Die Menschen, Herr, schicken sie zu den Menschen; mich haben sie zu dir geschickt.«
EIner von seinen Freunden fragte den Hodscha Nasreddin: »Wie gehts dir mit deiner Armut?«