Er antwortete: »Es ist ganz gut, wenn man das, was einem gehört, vor Augen hat.«

[507.]

ETliche Leute fragten den Hodscha Nasreddin: »Hast du deine Schuld bezahlt?«

Er antwortete: »Bezahlt nicht, aber leichter gemacht habe ich sie mir.«

»Und wie«, sagten sie, »hast du sie dir leichter gemacht, ohne sie zu bezahlen?«

Nasreddin antwortete: »Ich habe sie verjähren lassen.«

[508.]

DEr Hodscha Nasreddin war einigen Freunden Geld schuldig, und denen sagte er immer, daß er sie am Sonntage bezahlen werde; auf diese Weise drückte er sich um die Bezahlung. Eines Tages kamen nun mehrere Gläubiger zu ihm und fragten seine Frau, wie er sie bezahlen wolle. Sie antwortete ihnen, der Hodscha habe am Tage vorher genügend viel Distelsamen gekauft, den werde er auf dem Felde aussäen, die Disteln, die davon wüchsen, die würden sie auf die Straße streuen, wo die Tiere mit den Baumwollelasten vorüberkämen, und aus dem Erlöse für die Baumwolle, die an den Disteln hängen bleiben werde, würden alle Gläubiger bezahlt werden.

Über diese Antwort der Frau lachten alle übermäßig, aber sie entgegnete darauf und sagte zu ihnen: »Jetzt lacht ihr freilich, weil ihr die Sicherheit habt, bezahlt zu werden.«