IN dem Viertel, wo der Hodscha Nasreddin wohnte, war ein Backofen, und den besuchte der Hodscha manchmal gegen Mittag und zog den Wohlgeruch der verschiedenen Braten ein.
Eines Morgens brachte nun der Mulazim[14] eine Gans und übergab sie dem Garkoch, damit sie zu Mittag fertig sei. Als sie gebraten war, nahm sie der Garkoch aus dem Ofen und legte sie zusammen mit den andern Speisen auf die
Bank; und er wartete auf den Mulazim, um sie ihm zu übergeben. Um diese Stunde kam dort Nasreddin vorbei, der damals der Kadi des Dorfes war, und er blieb vor dem Backofen stehn, um die Speisen zu bewundern; aber mehr als alles andere schien die Gans seine Lust zu reizen, und er fragte den Garkoch, wem sie gehöre.
»Dem Mulazim, Effendi,« antwortete der Garkoch.
»Schick sie sofort zu mir,« befahl der Hodscha.
»Aber was mach ich dann mit dem Mulazim? Was gebe ich ihm, wann er kommt?«
»Schick sie augenblicklich zu mir, sage ich dir,« sagte der Hodscha beharrlich und fuhr fort: »Es ist besser für dich, du hast den Kadi zum Freunde als den Mulazim. Schick sie und du wirst es nicht bereuen.«
»Aber was sage ich dem Mulazim, wann er kommt?«