Was wollen Sie, Herr? Es waren Garibaldiner; es war nichts zu machen. Ich habe sie angemeldet, und der Präfekt hat sie empfangen, und sie haben ihm einen heißen Kopf gemacht, wegen der Wahl, über die er nichts hatte hören wollen.

Am anderen Tage ließ mich der Präfekt in sein Bureau rufen: ›Einen Amtsdiener, der sich nicht nach meinen Weisungen richtet, kann ich nicht brauchen,‹ sagte er, ›Sie sind entlassen.‹

Ich habe ihn angesehen, Herr. Und dann sagte ich: ›Eccellenza, Sie können mich entlassen. Aber wenn ich morgen nach Rom fahre und zum Minister gehe und mit Giovanni Nicotera spreche, so werden Sie entlassen, und nicht ich. Aber, Eccellenza, Sie sind ein verheirateter Mann, Sie haben Frau und Kinder, und ich bin allein. Darum gehe ich, und Sie können bleiben.‹ Und so bin ich gegangen.«

»Ja, und Nicotera?« fragte ich, »hat er nichts mehr für dich getan?«

»Nun, ich war natürlich wieder bei Giovanni und sprach mit ihm. Er bot mir eine Stelle als Amtsdiener in Sardinien an. Aber dahin wollte ich nicht gehen. So ist es, Herr. Und so sitze ich hier und bin wieder ohne Stelle.«


Der Dichter

Von Hans Bethge

Ein junger Dichter schlenderte müde und blaß durch die Straßen von Montmartre oberhalb Paris. Er war sehr einsam und unglücklich. Sein Magen war leer, auch sah er andere Künstler, ihre Mädchen am Arme, heiter an sich vorüberschreiten, er aber hatte keine Freundin, denn die Mädchen waren ihm nicht hold. Er sehnte sich nach Liebe und zugleich nach einer guten Mahlzeit, und er war recht zornig gegen das Schicksal.