Die Abberufung ist im türkischen Interesse bedauerlich.

Rößler.

88.

(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)

Telegramm.

Pera, den 21. Juni 1915.

An Deutsches Konsulat, Erzerum.

Antwort auf das Telegramm vom 18. Juni.

Ich bitte dem Wali eindringlich vorzustellen, daß solche schmachvollen Vorfälle das Ansehen der Regierung bei den Freunden der Türkei und im neutralen Auslande schädigen und die Autorität der Behörden im Innern untergraben. Repressalien und Racheakte von Seiten der Russen und Armenier in den von ihnen besetzten Gebieten sind die unausbleibliche Folge. Auch wird dadurch die Stellung der Türkei bei den künftigen Friedensverhandlungen erschwert und erneut Grund zur Einmischung der Mächte in die armenischen Angelegenheiten gegeben. Wenn wir auch gegen Maßregeln, soweit sie durch die Kriegslage gerechtfertigt sind, keine Einwendungen erheben können, so müssen wir doch um so energischer, auch in unserem Interesse, darauf dringen, daß Niedermetzelungen der wehrlosen Bevölkerung unterbleiben. Pflicht der Ortsbehörden ist es, solche Vorkommnisse mit allen Mitteln zu verhindern, wenn sie nicht eine schwere Verantwortung auf sich laden wollen.

Zu Ihrer persönlichen Information bemerke ich, daß ich in gleichem Sinne Vorstellungen bei der Pforte erheben werde.