Manche Züge humpeln schreiend vor Schmerz dahin. Sobald sie eines Menschen ansichtig werden, fallen viele dieser Unglücklichen auf die Knie und erbitten Hilfe und Rettung oder legen ihre Kinder zur Annahme vor. Auf diesen Märschen bei 56 Grad Celsius und bei Wassermangel erliegen viele vor Erschöpfung. Wer zurückblieb, ist dem Tode sicher.

Anlage II.

Deutsche Orient-Handels- und
Industriegesellschaft m. b. H.
Teppichmanufaktur Urfa.

Urfa, den 5. August 1915.

Vor einigen Tagen haben zwei junge Türken eine junge Frau aus den auf der nahen Diarbekrstraße vorüberziehenden armenischen Emigranten nach dem untern Teil meines Grundstückes in eine Versenkung geschleppt und sie entkleidet, um sie zu vergewaltigen. Auf das Schreien der Frau sind meine Kinder hinzugeeilt und haben drei in der Nähe befindliche Arbeiter von mir zu Hilfe gerufen. Diese befreiten die Frau, welche in mein Haus flüchtete. Nach kurzer Zeit kamen die zwei Türken mit vier andern Begleitern vor mein Haus und forderten in meiner Abwesenheit von meiner Frau die Herausgabe der Frau. Auf wiederholte Antwort meiner Frau: „Hier wohnen Deutsche“ zogen sie drohend ab.

Trotz meiner Vorstellungen bei dem Gouverneur bin weder ich noch meine Familie, noch meine Arbeiter vor weiteren Belästigungen jener Türken sicher. Sie haben erst heute morgen wieder die drei Arbeiter von ihrer Arbeit in meinem Garten vertrieben. Ich bin daher gezwungen, den Schutz meiner eigenen Regierung anzurufen.

Fr. Eckart.

An das
Kaiserlich Deutsche Konsulat, Aleppo.

138.