An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Immer weiter eintreffenden Informationen zufolge sind die Armenier im Osten schon heute so gut wie völlig vernichtet.
Regierung will die Armenier des Westens entweder auch vernichten, oder sie weiß nicht, was sie tut. Es herrscht völlige Desorganisation, so daß die mit der Ausführung beauftragten Beamten nicht wissen, was die Regierung will. Die Armenier aus Cilicien, die sich in Aleppo befinden, erhalten, wenn auch unregelmäßig, etwas Lebensunterhalt von der Regierung. Die aus dem Osten, von denen etwa 6000 hier sind, während täglich etwa 300 ankommen, erhalten nichts. Die von der armenischen Gemeinde Aleppo aufgebrachten Mittel sind bald erschöpft. Früher konnte jeder Flüchtling 4 kleine Brote täglich, jetzt nur 2 erhalten und keine andere Nahrung. Für Tausende und aber Tausende an anderen Orten als Aleppo sorgt niemand.
Rößler.
141.
(Kaiserliches
Konsulat Aleppo.)
Telegramm.
Abgang aus Aleppo, den 16. August 1915.
Ankunft in Pera, den 16. August 1915.
An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Der Abtransport der Armenier von Marasch hat begonnen. Es liegen keine Nachrichten von der dortigen deutschen Mission vor. Ich stelle gehorsamst anheim, eine Ausnahme für das Personal des Hospitals und für den Lehrkörper, die Schüler und Schülerinnen der Schulen des Hilfsbundes zu erwirken, da es sich um deutsche Anstalten handelt.