Pera, den 10. März 1916.

Der Kaiserliche Botschafter an Auswärtiges Amt.

Wie Konsulat Aleppo meldet, ist Abreise der Waisen vorläufig verschoben worden.[124]

Metternich.

249.

Basel, den 6. März 1916.

An Seine Exzellenz Freiherrn von Romberg, Kaiserlich Deutschen Gesandten in Bern.

Euere Exzellenz hatten die Güte, am 4. März eine Delegation des Schweizerischen Hilfswerks 1915 für Armenien, bestehend aus Herrn Dr. Andreas Vischer und dem Unterzeichneten zu empfangen und ihr mitzuteilen, daß unsere Bitte um Unterstützung des Bestrebens, den notleidenden Armeniern unter Ausschluß aller politischen Nebenzwecke Hilfe zu leisten, an den zuständigen deutschen Amtsstellen wohlwollend aufgenommen worden ist. Wir bitten Euere Exzellenz nochmals, den Ausdruck unseres wärmsten Dankes dafür entgegen zu nehmen und auch weiterleiten zu wollen. Die Wünsche, die wir auf Grund der Unterredung glauben formulieren zu dürfen, sind folgende:

Da es sich auf Grund Euerer Exzellenz Mitteilungen nicht wird darum handeln können, eine schweizerische Hilfsexpedition in die Türkei zu schicken, so möchten wir die gütig angebotene Vermittelung gerne in Anspruch nehmen, um notleidenden Armeniern Hilfe zukommen zu lassen, vor allem aber auch, um mit den Persönlichkeiten, die Unterstützungen an Ort und Stelle austeilen, in Verbindung zu treten. Wir denken, daß außer dem Kaiserlich Deutschen Konsul Herrn Rößler in Aleppo, vor allem der Reichsdeutsche Herr F. Eckart, Mitglied der deutschen Orientmission in Urfa, und die Schweizer, Herr Jakob Künzler, ebenfalls Mitglied der deutschen Orientmission in Urfa, und der Kaufmann Herr E. Zollinger in Aleppo bereit wären, sich an dem schweizerischen Hilfswerk für die Armenier zu beteiligen. Wie weit diese Herren persönlich für das Werk werden arbeiten können, oder wen sie sonst vorzuschlagen haben, wird sich aus der Korrespondenz ergeben. Ebenso wird es sich zeigen, ob die Verhältnisse so sind, daß es sich hauptsächlich um Rettung Deportierter vor dem Hungertode handelt, oder ob unsere Mittel für Bedürfnisse anderer Art, Kleidung, ärztliche Hilfeleistung usw. Verwendung finden können.

Indem wir uns noch gestatten, nach Euerer Exzellenz Vorschlag einen Brief für Herrn Konsul Rößler und einen Fragebogen für andere Stellen, die sich unter Umständen mit Unterstützung von Armeniern beschäftigen könnten, beizulegen, danken wir zum voraus für alle weiteren freundlichen Bemühungen und zeichnen