Therapia, den 19. Juni 1916.

An das Auswärtige Amt.

Für Herrn von Gwinner und Geh. Rat Riese, Berlin:

Aus Airan drahten Winkler und Morf vom 18. Juni, daß infolge Austreibung armenischer und dadurch veranlaßter Flucht türkischer Arbeiter im Amanus nur 2900 Arbeiter von zusammen 5300 verblieben. Weitere Abnahme der Arbeiterzahl wird infolge andauernder Austreibung mit Sicherheit eintreten. Infolge Fehlens aller gelernten Arbeiter ist mit den Verbliebenen der Fortschritt der Bauarbeiten und der Betrieb des Bahnhofs unmöglich. Vor einigen Tagen auf unsere Vorstellungen vom türkischen Kriegsministerium gegebener Gegenbefehl erfolglos geblieben. Anwerbung neuer Arbeiter ist heute unmöglich. Entsprechende Zahl Arbeitersoldaten zu stellen, würde längere Zeit erfordern, und wegen Ungeübtheit neuer Arbeiter weitere Verlängerung der Bauzeit um mindestens drei Monate verursachen. Im großen Amanustunnel besteht Gefahr Einbruchs ausgezimmerter unsicherer Abschnitte und damit lange dauernde Unterbrechung des Betriebes. Polizei verweigert unseren Ingenieuren und Arbeitern Eintritt in den großen Tunnel zur Ausführung unbedingt notwendiger Sicherungen. Da auch zwei armenische Ärzte und 43 Apotheker und Pfleger vertrieben sind, liegen Kranke unversorgt in Hospitälern Bagtsche, Yarbaschi und Entilli, was bei vorhandener Seuche größte Gefahr bedeutet. Bitte dringende Vorstellung bei deutschem Großen Hauptquartier, Kriegsministerium, Auswärtigem Amt und außerdem bei Generalmajor von Lossow zu erheben, der im Hauptquartier oder in Berlin. — Anatolische Bahngesellschaft.

Grages.

277.

(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)

Telegramm.

Therapia, den 21. Juni 1916.

An Auswärtiges Amt.