3. Können Sie den Deportierten Unterstützungen zukommen lassen? In welcher Weise? Mit wessen Hilfe?
3. Ja, doch sind überwiegend nur Geldunterstützungen möglich. — Durch Schwester B. Rohner vom Deutschen Hilfsbund, die in Aleppo als der Zentrale des Hilfswerkes bleibt. In Marasch mit Hilfe des Hilfsbundes, in Aintab mit Hilfe der amerikanischen Mission (an deren Stelle nur in dem äußersten Notfall, daß die Missionare abzureisen hätten, Eingeborene treten müßten), in Urfa mit Hilfe der Deutschen Orientmission. Nach anderen Gegenden, wie Sabkha und Rakka, muß auf Gelegenheiten zur Entsendung von Hilfsgeldern gewartet werden.
4. In welchem Umfange wären Mittel erforderlich?
4. Ein Kilo Weizen kostet mehr als 2 Mark. Wollte man nicht allen 45000, sondern nur 35000 täglich 250 Gramm Weizen ohne andere Nahrung geben, so wären täglich 17500 Mark erforderlich. Ein Kilo Brot kostet gar 3,40 Mk.
5. Haben Sie zu diesem Hilfswerk Hilfskräfte nötig?
5. In Aleppo ist das Werk, so gut es geht, mit armenischen Hilfskräften Mitte März von Schwester Rohner neu organisiert. — Anderen deutschen Kräften als ihr würde die Arbeit von den türkischen Behörden bald unmöglich gemacht werden. — Unter Umständen kommt, wenn Schwester Rohner es wünschen sollte, die Zuteilung einer zweiten Hilfsbundschwester in Frage.
Schwester Rohner ist am 19. März auf einen Monat zur Erholung nach Marasch gereist. Vorher hat sie noch hier in Aleppo mit amerikanischem Geld für einen Monat für die Bedürftigen in der Stadt vorgesorgt.
| Schätzung. | |
| Marasch | 4500 |
| Aintab und Umgegend | 8000 |
| Urfa jetzt | 2500 |
| Biredjik und Djerablus | 2000 |
| Aleppo jetzt | 20000 |
| Rakka | 6400 |
| Zwischen Aleppo und Sabkha | 3200 |
| 46600 | |
331.
(2. Deutsches Konsulat Beirut.)