Herr Dr. Greenfield, der stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Armenischen Gesellschaft, schickt mir einen Brief von Agathon Bey, dem Sekretär von Nubar Pascha. Der Brief ist die Antwort auf eine von Dr. Greenfield gerichtete Anfrage betreffend die zeitweilige Stockung in der Überweisung von Unterstützungen für die Armenier, die glücklicherweise seit Mitte August wieder aufgehoben ist. Agathon Bey fragt an, wie von ihm gesammelte Kleidungsstücke am besten an Konsul Rößler in Aleppo geschickt werden. Dr. Greenfield gibt mir diese Anfrage weiter, die ich hierdurch dem Auswärtigen Amt mit der Bitte um Beratung vorlege.
A. W. Schreiber,
Direktor der Deutschen Evangelischen Missionshilfe.
November.
362.
Telegramm.
Berlin, den 6. November 1917.
An Deutsche Botschaft, Pera.
Funkspruch Lyon 3. 11. 1917 meldet: Rußland. Das armenische Heer, Tiflis: Das armenische Heer, dessen Aufstellung von der provisorischen Regierung Rußlands verfügt worden ist, beginnt sich zu organisieren. Dieses Heer wird in kurzer Zeit 150000 Mann stark sein und setzt sich nur aus Armeniern russischer Untertanenschaft zusammen, welche sonst an anderen Fronten standen und nun für die Befreiung Armeniens von der Türkei kämpfen werden. Die armenischen Freiwilligen-Legionen werden wie früher ein Korps für sich bilden, welches Seite an Seite mit dem oben erwähnten russisch-armenischen Heere kämpfen wird. Der Kommissar der provisorischen Regierung Rußlands, Kharlawoff, wohnte einer Parade über die Truppen bei und erklärte ihnen im Auftrag der Regierung: „Es ist die heilige Pflicht der russischen Demokratie, den Armeniern zur Erlangung ihrer alten politischen Wünsche beizustehen. Eine Folge unseres Sieges wird die Befreiung Armeniens sein.“