Deutsche Armenierfreunde sind durch Meldung der Milli-Agence vom 4. Februar über armenische Greuel lebhaft beunruhigt. Sie bezweifeln Richtigkeit dieser Meldungen und befürchten türkische Vergeltungsmaßnahmen.
Euere Exzellenz bitte ich, bei der dortigen Regierung bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen: Es ist im eigensten Interesse der Türkei durchaus notwendig, bei dem Vormarsch der Kaukasusarmee die strengste Disziplin zu halten, von allen Vergeltungsmaßregeln abzusehen und lediglich diejenigen Armenier den Gerichten zur Bestrafung zu übergeben, die an Verbrechen gegen die muselmanische Bevölkerung teilgenommen haben.
Für die Türkei, und zwar auch für ihr Verhältnis zu den Bundesgenossen müßte eine Wiederholung der türkischen Armeniergreuel die schwersten Folgen haben. Erbitte Drahtbericht über die Aufnahme Ihrer Vorstellungen.
Freihr. v. d. Bussche.
368.
(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)
Telegramm.
Konstantinopel, den 10. Februar 1918.
An Auswärtiges Amt.
Antwort auf Telegramm vom 8. Februar.