375.

(Auswärtiges Amt.)

Telegramm.

Berlin, den 17. März 1918.

An die Deutsche Botschaft, Pera.

Tanin und Terdjüman-Artikel vom 15. März sind geeignet, nicht nur Armenier, sondern auch unsere öffentliche Meinung über Absichten türkischer Regierung in Armenierfrage zu beunruhigen. Abgesehen davon sind aber so heftige Presseäußerungen auch deshalb bedenklich, weil dadurch unter türkischer Bevölkerung Stimmung hervorgerufen wird, die zu gefährlichen Ausbrüchen gegen Armenier führen kann und jedenfalls der türkischen Regierung die von ihr beabsichtigte versöhnliche Armenierpolitik erschweren muß. Ich empfehle dringend, daß türkische Regierung der Presse Zurückhaltung auferlegt. Es wäre auch zweckmäßig, weitere amtliche Meldungen über Greueltaten der Armenier zurückzuhalten, bis die Berichte der zu Wehib Pascha zu entsendenden Pressevertreter vorliegen. Berichte der Milli-Agence finden nach früheren Erfahrungen im neutralen und feindlichen Auslande keinerlei Glauben mehr.

Bitte dringend in diesem Sinne auf dortige Regierung einzuwirken.

v. d. Bussche.

376.