434.
(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)
Telegramm.
Abgang aus Konstantinopel, den 25. August 1918.
Ankunft, den 26. August 1918.
An Auswärtiges Amt.
General von Kreß telegraphiert unterm 20. August:
„Das scheinbare türkische Zugeständnis in der Frage der Rückkehr armenischer Flüchtlinge ist vollkommen wertlos. Während in den von türkischen Truppen besetzten Gebieten die Ernte, soweit sie nicht von den Türken selbst fortgeschafft wird, aus Mangel an Arbeitskraft verfault, gehen die zusammengeballten Menschenmassen in den unproduktiven Gebieten östlich der von Enver Pascha bezeichneten Linie ihrem sicheren Untergang entgegen. Die Lage verschlimmert sich täglich. Sollten alle verzweifelten Hilferufe der Regierung und der obersten Geistlichkeit Armeniens ungehört verhallen, so wird die Verantwortung für Vernichtung dieses alten christlichen Volkes für immer auf Deutschland und Österreich lasten. Geschichte wird und kann nicht gelten lassen, daß die beiden großen Christenreiche Mitteleuropas nicht imstande waren, wenigstens hier, wo es sich um Sein oder Nichtsein eines ganzen Volkes handelt, ihrem asiatischen Verbündeten ihren Willen aufzuzwingen.“
Bernstorff.