[22] Welche Unklarheit noch immer über diese Trilogie, d. h. die von mir nachgewiesene (als die in der Huth-Hs. angedeutete) herrscht, zeigen die Bemerkungen eines anonymen Kritikers, dessen Kenntnis des einschlägigen Materials sehr beschränkt sein muß, in The Nation May, 26th 1910. Vol. 90, Nr. 2343. Auf S. 538 sagt dieser Herr: "Dr. Sommer moreover exaggerates his originality in regard to most of what is sound in his theories here and still more in various articles which he has in recent years devoted to these questions. For instance, Gaston Paris recognised fully, in his review (Romania 1887) of von Reinhardstoettner's (uncompleted) edition of the Portuguese "Demanda" that this was the third part of the so-called Robert de Borron trilogy of the Arthurian romances; and Wechssler showed satisfactorily that an "Estoire del Saint Graal" (and not a "Joseph" as in the Huth-Hs.) constituted originally the first part of this trilogy, even conjecturing that the Torre do Tombo-Hs. contained this "Estoire" in Portguese form. The results here indicated anticipate the essentials of Dr. Sommer's conclusions on the same subjects" etc. Wer diese Bemerkungen liest, wird geneigt sein für dieselben weniger Unklarheit und Mißverständnis, als die Tatsache verantwortlich zu machen, daß der Schreiber derselben die Abhandlungen nicht mit Aufmerksamkeit und Verständnis gelesen, oder daß ihn ein anderes Motiv geleitet hat.

Im XXIX. Bande (1905) der Zeitschrift für französische Sprache und Literatur, Heft 1-3, S. 130, N. 109 sagt E. Brugger "In diesen Ausführungen bin ich immer Wechssler gefolgt; ich gestehe zwar, daß mir hie und da etwelche Zweifel aufstiegen; doch konnte ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln die Zweifel nicht beseitigen; sie beziehen sich namentlich auf das Verhältnis der Tristan redaktionen zu den Graalredaktionen." Dennoch sagt Brugger auf S. 30 des XXXVI. Bandes derselben Zeitschrift d. h. fünf Jahre später, als er von der "von ihm (das bin ich) zuerst nachgewiesenen Trilogie" spricht in seiner N. 17: "Meiner Ansicht nach aber von Wechssler". Er hat also, nachdem er sich "gründlich" mit meinen Arbeiten beschäftigt hat, nicht erkannnt, daß Wechsslers und meine Trilogie nicht identisch sind.

[23] Hier, wo ich aller Wahrscheinlichkeit nach zum letzten Male von der Einleitung zum Huth-Merlin, der ich so viel Zeit und Mühe gewidmet, gehandelt habe, fühle ich, daß ich es mir und anderen schuldig bin, eine Erklärung zu geben. Ich habe die Ehre gehabt, Gaston Paris als ausgezeichneten Menschen und glänzenden Littérateur persönlich eine Reihe von Jahren zu kennen und ich stehe noch mit verschiedenen Personen, die ihm im Leben nahe gestanden, in freundschaftlichen Beziehungen, und die wissen, daß das, was ich hier sage, wahr ist. Ich habe wiederholt Gelegenheit gehabt, den von G. Paris ausgesprochenen Ansichten nicht beipflichten zu können, und habe das stets auf die ehrerbietigste Weise zum Ausdruck gebracht, lediglich im Interesse der Wissenschaft. Nichtsdestoweniger habe ich lesen müssen, daß zwei, wenig dazu berufene, Polemiker, ihre Namen nenne ich nicht, in verletzender Weise sich über meine Worte aufgehalten haben, als ob es eine Vermessenheit von mir wäre, an dem von G. Paris Ausgesagten zu zweifeln zu wagen. Ohne mich im entferntesten auf dieselbe Stufe mit dem großen Manne stellen zu wollen, kann ich ohne Überhebung sagen, daß ich durch langjährige und unermüdliche Arbeit erlangt habe, was er nie besessen, nämlich eine Kenntnis der Mehrzahl der Hss. der französischen Prosa-Romane, so weit das möglich ist. G. Paris hat diese Hss. nie gesehen; in dem, was er geschrieben, hat er sich auf das von jüngeren Augen gesehene und auf die ihm hinterlassenen Noten seines Vaters verlassen müssen, denn der Sehkraft eines Auges verlustig, konnte er seinem anderen zu den vielen Arbeiten, denen er sich widmete, und zu den vielen gesellschaftlichen Pflichten, denen er zu entsprechen hatte, nicht noch das anstrengende und zeitraubende Studium der Hss. aufbürden. Diese Tatsache wird es erklärlich machen, daß nicht alles, was er über diesen Gegenstand geschrieben hat, als unumstößliches und unveränderliches Dogma angesehen werden kann.

[24] La Demanda del Sancto Grial: Con los marauillosos fechos de Lançarote y de Galaz su hijo. Toledo 1515, Sevilla 1535. Nach dem letzteren Drucke wurde dieselbe im Jahre 1907 in der Nueva Biblioteca de Autores Españoles von Adolfo Bonilla y San Martin zu Madrid herausgegeben.

[25] Ich meine die in den Hss. No. 98 und No. 2455 der Pariser National-Bibliothek enthaltene Estoire de Grimaud und die Hippocrates-Episode, die wesentlich länger ist als in der Mehrzahl der Hss. Beide sind übrigens nach der Hs. No. 2455 von E. Hucher in seinem Le Saint Graal ou Le Joseph d'Arimathie etc. (Au Mans 1877-78, 3 vols., 8°) herausgegeben worden.

[26] In den Tristan-Hss. No. 97, 101, 349, 758 der Pariser National-Bibliothek; in No. 2542 der Wiener Hof-Bibliothek und in Add. 5474 des Britischen Museums, nach der ich dieselben im V. Bande von Modern Philology, Chicago 1908 unter dem Titel: Galahad and Perceval, mit einer aus drei Sectionen bestehenden Einleitung herausgegeben habe. Wie aus meinen Studien über die Quellen der Le Morte D Arthur zu ersehen ist, glaubte ich 1889-91, als ich mich zum ersten Male mit dem ungeheuren Gebiet der Artus-Romane bekannt machte, daß dieser Abschnitt zu einer Suite de Lancelot gehöre.

[27] Le Morte Darthur, Buch XI, Kapitel 12-14 und Buch XII,
Kapitel 1-10; S. 588-606 meiner Ausgabe.

[28] Le Morte Darthur. — The Adventures of Alysaunder le
Orphelin and the Great Tournament of Surluse
im Appendix zu
meinem dritten Bande: Studies on the Sources. — The
Vulgate-Version of the Arthurian Romances. Estoire, Merlin,
Lancelot, Queste und Mort Artus
. — Le Livre d'Artus der
Hs. No. 337 der Pariser National-Bibliothek. — Die in N. 1 genannte
Ausgabe. — Einen Teil der Hs. No. 343 der Pariser
National-Bibliothek, Romania, vol. XXXVI, S. 573-579 usw.

[29] Die vorliegende Ausgabe und die auf S. XIII N. 2 von mir in
Aussicht gestellte.

[30] Ich konnte zeigen, daß der erste Teil dieses Kolophons von "Eagora…bis pertence" eine fast wörtliche Übersetzung des französischen Original-Textes ist, wie er unter anderen z. B. in der Hs. Add. 32,125 des Britischen Museums, fol. 205d zu finden ist: