»Was ist nun, werther Anuruddho, der Anlass, was ist der Grund, dass unter Gottheiten, im selben Götterbereiche geboren, {273} manche unlauteren Glanz aufweisen, und wiederum manche einen Glanz, der vollkommen rein ist?«
»Da lasse mich denn, Bruder Kaccāno, ein Gleichniss dir geben: auch durch Gleichnisse wird da manchem verständigen Manne der Sinn einer Rede klar. — Gleichwie etwa, Bruder Kaccāno, wenn bei einer angezündeten Oellampe das Oel nicht vollkommen rein ist und der Docht nicht vollkommen rein ist, sie wegen der unvollkommenen Reinheit des Oels und der unvollkommenen Reinheit des Dochtes gar dunkel und düster schauen wird: ebenso nun auch, Bruder Kaccāno, hat da ein Mönch unlauteren Glanz aufgefasst und beruhigt sich dabei. Der hat körperliche Schwerfälligkeit nicht vollkommen beschwichtigt, hat matte Müde nicht vollkommen ausgerodet, hat stolzen Unmuth nicht vollkommen ausgetrieben. Weil er körperliche Schwerfälligkeit nicht vollkommen beschwichtigt hat, matte Müde nicht vollkommen ausgerodet hat, stolzen Unmuth nicht vollkommen ausgetrieben hat, wird er gar dunkel und düster schauen. Der kehrt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, zur Gemeinschaft mit Göttern von unlauterem Glanze wieder. Gleichwie aber, Bruder Kaccāno, wenn bei einer angezündeten Oellampe das Oel vollkommen rein ist und der Docht vollkommen rein ist, sie wegen der vollkommenen Reinheit des Oels[139] und der vollkommenen Reinheit des Dochtes gar nicht dunkel und düster schauen wird: ebenso nun auch, Bruder Kaccāno, hat da ein Mönch vollkommen reinen Glanz aufgefasst und beruhigt sich dabei. Der hat körperliche Schwerfälligkeit vollkommen beschwichtigt, hat matte Müde vollkommen ausgerodet, hat stolzen Unmuth vollkommen ausgetrieben. Weil er körperliche Schwerfälligkeit vollkommen beschwichtigt hat, matte Müde vollkommen ausgerodet hat, stolzen Unmuth vollkommen ausgetrieben hat, wird er gar nicht dunkel und düster schauen. {274} Der kehrt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, zur Gemeinschaft mit Göttern von vollkommen reinem Glanze wieder. — Das ist nun, Bruder Kaccāno, der Anlass, das ist der Grund, dass unter Gottheiten, im selben Götterbereiche geboren, manche unlauteren Glanz aufweisen, und wiederum manche einen Glanz, der vollkommen rein ist.«
Derart berichtet wandte sich nun der ehrwürdige Abhayakaccāno also an den ehrwürdigen Anuruddho:
»Sehr schön, werther Anuruddho. — Nicht hat, o Herr, der ehrwürdige Anuruddho gesagt ›Das hab’ ich gehört‹ oder ›So dürfte es sein‹, sondern es hat eben, o Herr, der ehrwürdige Anuruddho ›So ist es mit diesen Gottheiten, so ist es mit jenen Gottheiten‹ schlechthin gesprochen. Da ist mir, o Herr, der Gedanke gekommen: ›Gewiss hat der ehrwürdige Anuruddho mit jenen Gottheiten ehemals Verkehr gehabt, ehemals Rede und Rath mit ihnen gepflogen.‹«
»Gewiss hast du, Bruder Kaccāno, diese Frage versuchend gestellt, um weiter auszuholen: aber ich will dir Antwort geben. Lange Zeiten hab’ ich, Bruder Kaccāno, mit jenen Gottheiten ehemals Verkehr gehabt, ehemals Rede und Rath mit ihnen gepflogen.«[140]
Auf diese Worte wandte sich der ehrwürdige Abhayakaccāno an Pañcakaṉgo den Baumeister und sagte:
»Gesegnet bist du, Hausvater, hochgesegnet bist du, Hausvater, dass dir ein Zweifel da gelöst wurde, und wir dann diesen Gedankengang zu hören bekamen.«