»‚Was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen, den Namen nicht überschätzen‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Wie also wird, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben der Beachtung gewürdigt und der Name überschätzt? Da wird man, ihr Mönche, wie es eben in mancherlei Gegenden üblich ist, ‚Beschützer‘ genannt, ‚Behüter‘ genannt, ‚Behälter‘ genannt, ‚Geschirr‘ genannt, ‚Geschmeiß‘ genannt, ‚Schmarotzer‘ genannt, ‚Geziefer‘ genannt, ‚Gesindel‘ genannt. Wie man bald so und bald so in diesen und jenen Gegenden genannt wird, giebt man da mehr und mehr genau und geflissentlich acht: ‚Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‘ Also wird, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben der Beachtung gewürdigt und der Name überschätzt.
»Wie aber wird, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung gewürdigt und der Name nicht überschätzt? Da wird man, ihr Mönche, wie es eben in mancherlei Gegenden üblich ist, ‚Beschützer‘ genannt, ‚Behüter‘ genannt, ‚Behälter‘ genannt, ‚Geschirr‘ genannt, ‚Geschmeiß‘ genannt, ‚Schmarotzer‘ genannt, ‚Geziefer‘ genannt, ‚Gesindel‘ genannt. Wie man bald so und bald so in diesen und jenen Gegenden genannt wird, giebt man in dem Gedanken ›Das bringen wohl die Ehrwürdigen in Beziehung auf mich vor‹ minder und minder geflissentlich acht. {394} Also wird, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung gewürdigt und der Name nicht überschätzt. ‚Was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen, den Namen nicht überschätzen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.
»Da ist nun, ihr Mönche, wann Begierden ergetzen vergnüglich sich hingeben, gewöhnlich, gemein, alltäglich, unheilig, unheilsam, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich nicht ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding. Da ist nun, ihr Mönche, der Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, der selbstkasteienden Hingabe sich nicht ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.
»Da ist nun, ihr Mönche, der mittlere Pfad, den der Vollendete aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt, ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.
»Da ist nun, ihr Mönche, zureden und abreden und nicht die Satzung aufweisen ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. {395} Da ist nun, ihr Mönche, weder zureden noch abreden, nur die Satzung aufweisen ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.
»Da ist nun, ihr Mönche, Begierdenwohl, kothiges Wohl, gemeines Menschenwohl, unheiliges Wohl ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, Wohl der Entsagung, Wohl der Einsamkeit, Wohl der Beruhigung, Wohl der Erwachung ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.
»Da ist nun, ihr Mönche, heimliche Rede, die unwahr, unächt, unheilsam ist, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, heimliche Rede, die wahr und ächt und unheilsam ist, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, heimliche Rede, die wahr und ächt und heilsam ist, ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.
»Da ist nun, ihr Mönche, öffentliches Geflüster, das unwahr, unächt, unheilsam ist, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, öffentliches Geflüster, das wahr und ächt und unheilsam ist, ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, öffentliches Geflüster, das wahr und ächt und heilsam ist, ein Ding ohne Leid, {396} ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.
»Da ist nun, ihr Mönche, in Eile reden ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, ohne Eile reden ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.
»Da ist nun, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben der Beachtung würdigen und den Namen überschätzen ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn, ist darum ein streithaftes Ding. Da ist nun, ihr Mönche, was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen und den Namen nicht überschätzen ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn, ist darum ein streitloses Ding.