»Es ist, o Bruder, oben im nördlichen Reiche eine Stadt gelegen, die Sāvatthī heißt: dort hat Er, der Erhabene gegenwärtig seinen Aufenthalt, der Heilige, vollkommen Erwachte.«

»Hast du aber, Mönch, Ihn, den Erhabenen schon einmal gesehn, und würdest du ihn, wenn du ihn sähest, erkennen?«

»Nein, Bruder, ich habe Ihn, den Erhabenen noch nicht gesehn, und sähe ich ihn, würd’ ich ihn nicht erkennen.«

Da gedachte denn der Erhabene bei sich: ›Um meinetwillen ist dieser edle Sohn hinausgezogen; wie, wenn ich ihm nun die Lehre darlegte?‹ Und der Erhabene wandte sich an den ehrwürdigen Pukkusāti und sprach:

»Die Lehre will ich dir, Mönch, darlegen: höre sie und achte wohl auf meine Rede.«

»Gern, Bruder!« sagte da zustimmend der ehrwürdige Pukkusāti dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:

»Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich, sechsfache Berührung, achtzehn geistige Angehungen, vier Belehnungen; Weisheit soll er nicht preisgeben, Wahrheit bewahren, Entsagung vollziehn, den Frieden eben zu finden suchen; auf dass ihn wo er steht kein dünkendes Wähnen ankommen kann: kann aber kein dünkendes Wähnen ankommen, wird er der ›Stille Denker‹ genannt. Das ist der Stämpel der Abzeichen sechsfacher Artung.

»‚Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? {399} Sechs giebt es, Mönch, der Artungen: Art der Erde, Art des Wassers, Art des Feuers, Art der Luft, Art des Raumes, Art des Bewusstseins. ‚Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Sechsfache Berührung, Mönch, hat der Mensch an sich‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Gesicht ist Berührung, Gehör ist Berührung, Geruch ist Berührung, Geschmack ist Berührung, Getast ist Berührung, Gedenken ist Berührung. ‚Sechsfache Berührung, Mönch, hat der Mensch an sich‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Achtzehn geistige Angehungen, Mönch, hat der Mensch an sich‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Hat man mit dem Gesichte eine Form erblickt, so geht man die erfreulich bestehende Form an, geht die unerfreulich bestehende Form an, geht die gleichgültig bestehende Form an. Hat man mit dem Gehöre einen Ton gehört, hat man mit dem Geruche einen Duft gerochen, hat man mit dem Geschmacke einen Saft geschmeckt, hat man mit dem Getaste eine Tastung getastet, hat man mit dem Gedenken ein Ding erkannt, so geht man das erfreulich bestehende Ding an, geht das unerfreulich bestehende Ding an, geht das gleichgültig bestehende Ding an. So giebt es sechs erfreuliche Angehungen, sechs unerfreuliche Angehungen, sechs gleichgültige Angehungen. ‚Achtzehn geistige Angehungen, Mönch, hat der Mensch an sich‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.