»Vergänglich, o Herr!«

»Was aber vergänglich, ist das weh’ oder wohl?«

»Weh’, o Herr!«

»Was aber vergänglich, wehe, wandelbar ist, kann man etwa davon behaupten: ›Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst‹?«

»Gewiss nicht, o Herr!«

»Bei solcher Betrachtung, Rāhulo, wird der erfahrene heilige Jünger des Auges überdrüssig, der Formen überdrüssig, des Sehbewusstseins überdrüssig, der Sehberührung überdrüssig: und was auch da durch Sehberührung bedingt an Gefühl hervorgeht, an Wahrnehmung hervorgeht, an Unterscheidung hervorgeht, an Bewusstsein hervorgeht, eben dessen wird er überdrüssig; er wird des Ohres, der Nase, der Zunge, des Leibes, des Geistes überdrüssig, der Töne, der Düfte, der Säfte, der Tastungen, der Gedanken überdrüssig, des Hörbewusstseins, des Riechbewusstseins, des Schmeckbewusstseins, des Tastbewusstseins, des Denkbewusstseins überdrüssig, der Hörberührung, der Riechberührung, der Schmeckberührung, der Tastberührung, der Denkberührung überdrüssig: und was auch da durch Hörberührung, durch Riechberührung, durch Schmeckberührung, durch Tastberührung, {460} durch Denkberührung bedingt an Gefühl hervorgeht, an Wahrnehmung hervorgeht, an Unterscheidung hervorgeht, an Bewusstsein hervorgeht, eben dessen wird er überdrüssig. Ueberdrüssig wendet er sich ab. Abgewandt löst er sich los. ›Im Erlösten ist die Erlösung‹, diese Erkenntniss geht auf. ›Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‹ versteht er da.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der ehrwürdige Rāhulo über das Wort des Erhabenen.

Während da nun diese Darlegung stattgefunden, hatte sich beim ehrwürdigen Rāhulo das Herz ohne Hangen vom Wahne abgelöst.

Jener vieltausendfachen Geisterschaar aber war das abgeklärte, abgespülte Auge der Wahrheit aufgegangen:

›Was irgend auch entstanden ist