[115] Vgl. Bhāgavatapurāṇam X, 2, 20, passim. — Eine schwangere Maria, in deren durchsichtigem Schooße man das strahlende Knäblein erblickt, ist kunstvoll geschnitzt auf dem linken Flügel des inneren 500 Jahre alten Kirchenportals zu Irrsdorf (einem kleinen Weiler neben Straßwalchen, auf bedeutsamen römischen Ueberresten errichtet), neuerdings kopiert auf dem Kapellenthore der Burg Kreuzenstein bei Stockerau dargestellt; vom Volke um Kindersegen angegangen. Ein Freskobild dieser Art hat RHYS DAVIDS erwähnt gefunden, Buddhist Birth Stories S. 65 Anm. Dergl. Kunstwerke mögen zunächst auf eine im Mittelalter beliebte, sinnige Vorstellung zurückweisen: cf. Band 2, Anm. 125; und von da wohl auf AUGUSTINUS, wie Meister ECKHART bemerkt hat, S. 411 i. f., eigentlich schon auf MAKARIOS MG., ed. BLONDEL p. 216: Ὡς γαρ εις ὑγροτητα καταβαινων ἡλιος ουχ ὑγροτητα δεχεται ουδε πηλωδης εὑρισκεται, την δ’ὑγροτητα του πηλου ξηραινων στεγανοι αυτος ὁλως την αυγην ουκ αποθολουμενος· οὑτως ὁ Θεος Λογος, ων ἡλιος νοητος, εις σαρκα κατελθων κτλ. — Nb. noch das »Marienglas«, lapis specularis.
Vielleicht lassen sich solche spezifisch ārische Begriffe, um nicht Dogmen zu sagen, zuletzt in den ṛgvedischen Hiraṇyagarbhas ohne Mühe und heiter auflösen, von dem der Seher, X, 121, 1, singt:
Hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre,
bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt.
Als jüngsten Spross der langen Ahnenreihe hätten wir da in unseren Tagen RICHARD WAGNERS Rheingold zu begrüßen.
[116] An dem Orte, wo die Legende das Ereigniss stattfinden lässt, in einem Haine nahe dem Dorfe Luṃminī (cf. Bd. II, Anm. 237), hat Asoko unter anderem eine Denksäule errichten lassen, mit der Inschrift: »Hier wurde der Erhabene geboren.« Vergl. auch die plastischen Darstellungen der Szene, auf Ruinen aus Sārnāth etc. — Aehnlich im homerischen Hymnus auf die Geburt des Apollo, wo es, in der Uebersetzung GOETHES, v. 106–109 heißt:
. . . . es nahte Letos Entbindung.
Mit den Armen umschloss die Göttin den Palmbaum; die Füße
Stemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. Mächtig