»Denn ferner noch, ihr Mönche, hat Sāriputto in heiterer Ruhe, gleichmüthig, einsichtig, klar bewusst, ein Glück im Körper empfunden, von dem die Heiligen sagen: ›Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‹; so hat er die Weihe der dritten Schauung gewonnen. Und die Dinge der dritten Schauung, Gleichmuth und Säligkeit, Einsicht und Klarheit und Einigung des Herzens, Berührung, Gefühl, Wahrnehmung, Denken, Bewusstsein, Wille, Beschluss, Kraft, Einsicht, Gleichmuth, Achtsamkeit, diese Dinge hat er der Reihe nach eingeordnet, diese Dinge lässt er wissentlich aufsteigen, wissentlich standhalten, wissentlich untergehn. Und er erkennt: ›So kommen denn diese Dinge ungewesen zum Vorschein, und gewesen verschwinden sie wieder.‹ Und er ist diesen Dingen nicht zugeneigt und nicht abgeneigt, nicht angeschlossen, nicht angeheftet, ist ihnen entgangen, ihnen entronnen, ohne das Gemüth umschränken zu lassen. Denn ›Es giebt noch eine höhere Freiheit‹ weiß er. Und indem er sie entwickelt merkt er eben ›Das giebt es.‹
»Denn ferner noch, ihr Mönche, hat Sāriputto nach Verwerfung der Freuden und Leiden, nach Vernichtung des einstigen Frohsinns und Trübsinns die Weihe der leidlosen, freudlosen, gleichmüthig einsichtigen vollkommenen Reine, die vierte Schauung gewonnen. Und die Dinge der vierten Schauung, Gleichmuth, ohne Leid-, ohne Freudengefühl, Reinheit, ohne geistigen Genuss, lauter Einsicht und Einigung des Herzens, Berührung, Gefühl, Wahrnehmung, Denken, Bewusstsein, Wille, Beschluss, Kraft, Einsicht, Gleichmuth, Achtsamkeit, diese Dinge hat er der Reihe nach eingeordnet, diese Dinge lässt er wissentlich aufsteigen, {112} wissentlich standhalten, wissentlich untergehn. Und er erkennt: ›So kommen denn diese Dinge ungewesen zum Vorschein, und gewesen verschwinden sie wieder.‹ Und er ist diesen Dingen nicht zugeneigt und nicht abgeneigt, nicht angeschlossen, nicht angeheftet, ist ihnen entgangen, ihnen entronnen, ohne das Gemüth umschränken zu lassen. Denn ›Es giebt noch eine höhere Freiheit‹ weiß er. Und indem er sie entwickelt merkt er eben ›Das giebt es.‹
»Denn ferner noch, ihr Mönche, hat Sāriputto nach völliger Ueberwindung der Formwahrnehmungen, Vernichtung der Gegenwahrnehmungen, Verwerfung der Vielheitwahrnehmungen in dem Gedanken ›Gränzenlos ist der Raum‹ das Reich des unbegränzten Raumes gewonnen. Und die Dinge der unbegränzten Raumsphäre, Wahrnehmung der unbegränzten Raumsphäre und Einigung des Herzens, Berührung, Gefühl, Wahrnehmung, Denken, Bewusstsein, Wille, Beschluss, Kraft, Einsicht, Gleichmuth, Achtsamkeit, diese Dinge hat er der Reihe nach eingeordnet, diese Dinge lässt er wissentlich aufsteigen, wissentlich standhalten, wissentlich untergehn. Und er erkennt: ›So kommen denn diese Dinge ungewesen zum Vorschein, und gewesen verschwinden sie wieder.‹ Und er ist diesen Dingen nicht zugeneigt und nicht abgeneigt, nicht angeschlossen, nicht angeheftet, ist ihnen entgangen, ihnen entronnen, ohne das Gemüth umschränken zu lassen. Denn ›Es giebt noch eine höhere Freiheit‹ weiß er. Und indem er sie entwickelt merkt er eben ›Das giebt es.‹
»Denn ferner noch, ihr Mönche, hat Sāriputto nach völliger Ueberwindung der unbegränzten Raumsphäre in dem Gedanken ›Gränzenlos ist das Bewusstsein‹ das Reich des unbegrenzten Bewusstseins gewonnen. Und die Dinge der unbegränzten Bewusstseinsphäre, Wahrnehmung {113} der unbegränzten Bewusstseinsphäre und Einigung des Herzens, Berührung, Gefühl, Wahrnehmung, Denken, Bewusstsein, Wille, Beschluss, Kraft, Einsicht, Gleichmuth, Achtsamkeit, diese Dinge hat er der Reihe nach eingeordnet, diese Dinge lässt er wissentlich aufsteigen, wissentlich standhalten, wissentlich untergehn. Und er erkennt: ›So kommen denn diese Dinge ungewesen zum Vorschein, und gewesen verschwinden sie wieder.‹ Und er ist diesen Dingen nicht zugeneigt und nicht abgeneigt, nicht angeschlossen, nicht angeheftet, ist ihnen entgangen, ihnen entronnen, ohne das Gemüth umschränken zu lassen. Denn ›Es giebt noch eine höhere Freiheit‹ weiß er. Und indem er sie entwickelt merkt er eben ›Das giebt es.‹
»Denn ferner noch, ihr Mönche, hat Sāriputto nach völliger Ueberwindung der unbegränzten Bewusstseinsphäre in dem Gedanken ›Nichts ist da‹ das Reich des Nichtdaseins gewonnen. Und die Dinge der Nichtdaseinsphäre, Wahrnehmung der Nichtdaseinsphäre und Einigung des Herzens, Berührung, Gefühl, Wahrnehmung, Denken, Bewusstsein, Wille, Beschluss, Kraft, Einsicht, Gleichmuth, Achtsamkeit, diese Dinge hat er der Reihe nach eingeordnet, diese Dinge lässt er wissentlich aufsteigen, wissentlich standhalten, wissentlich untergehn. Und er erkennt: ›So kommen denn diese Dinge ungewesen zum Vorschein, und gewesen verschwinden sie wieder.‹ Und er ist diesen Dingen nicht zugeneigt und nicht abgeneigt, nicht angeschlossen, nicht angeheftet, ist ihnen entgangen, ihnen entronnen, ohne das Gemüth umschränken zu lassen. Denn ›Es giebt noch eine höhere Freiheit‹ weiß er. Und indem er sie entwickelt merkt er eben ›Das giebt es.‹
{114} »Denn ferner noch, ihr Mönche, hat Sāriputto nach völliger Ueberwindung der Nichtdaseinsphäre die Gränzscheide möglicher Wahrnehmung gewonnen. Und aus diesem Erfunde kehrt er besonnen zurück. Und ist er aus diesem Erfunde besonnen zurückgekehrt, so nimmt er die Dinge, die überstanden, aufgelöst, umgewandelt sind, wahr: ›So kommen denn diese Dinge ungewesen zum Vorschein, und gewesen verschwinden sie wieder.‹ Und er ist diesen Dingen nicht zugeneigt und nicht abgeneigt, nicht angeschlossen, nicht angeheftet, ist ihnen entgangen, ihnen entronnen, ohne das Gemüth umschränken zu lassen. Denn ›Es giebt noch eine höhere Freiheit‹ weiß er. Und indem er sie entwickelt merkt er eben ›Das giebt es.‹
»Denn ferner noch, ihr Mönche, hat Sāriputto nach völliger Ueberwindung der Gränzscheide möglicher Wahrnehmung die Auflösung der Wahrnehmbarkeit gewonnen, und des weise Sehenden Wahn ist aufgehoben. Und aus diesem Erfunde kehrt er besonnen zurück. Und ist er aus diesem Erfunde besonnen zurückgekehrt, so nimmt er die Dinge, die überstanden, aufgelöst, umgewandelt sind, wahr: ›So kommen denn diese Dinge ungewesen zum Vorschein, und gewesen verschwinden sie wieder.‹ Und er ist diesen Dingen nicht zugeneigt und nicht abgeneigt, nicht angeschlossen, nicht angeheftet, ist ihnen entgangen, ihnen entronnen, ohne das Gemüth umschränken zu lassen. Denn ›Es giebt keine höhere Freiheit‹ weiß er. Und indem er sie entwickelt merkt er eben ›Das giebt es nicht.‹
»Wer nun einen solchen, ihr Mönche, beim rechten Namen nennen mag: ›Waltefürst, Oberfürst in heiliger Sitte, Waltefürst, Oberfürst in heiliger Vertiefung, Waltefürst, {115} Oberfürst in heiliger Weisheit, Waltefürst, Oberfürst in heiliger Enthaftung‹, der mag eben einen Sāriputto beim rechten Namen nennen: ›Waltefürst, Oberfürst in heiliger Sitte, Waltefürst, Oberfürst in heiliger Vertiefung, Waltefürst, Oberfürst in heiliger Weisheit, Waltefürst, Oberfürst in heiliger Enthaftung.‹ Wer nun einen solchen, ihr Mönche, beim rechten Namen nennen mag: ›Sohn des Erhabenen, von ächter Abstammung, aus dem Munde geboren, in der Lehre gezeugt, in der Lehre gebildet, Erbe der Lehre, nicht Erbe der Nothdurft‹, der mag eben einen Sāriputto beim rechten Namen nennen: ›Sohn des Erhabenen, von ächter Abstammung, aus dem Munde geboren, in der Lehre gezeugt, in der Lehre gebildet, Erbe der Lehre, nicht Erbe der Nothdurft.‹ Sāriputto, ihr Mönche, stellt das höchste Reich der Wahrheit, nachdem es der Vollendete dargestellt hat, ganz ebenso dar.«
Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.