Damals nun war der ehrwürdige Ānando in der Einsiedelei des Sakkers Ghaṭāyo in Gemeinschaft vieler Mönche mit dem Ausbessern der Kleidung beschäftigt.
Als nun der Erhabene gegen Abend die Gedenkensruhe aufgehoben hatte, begab er sich nach der Einsiedelei des Sakkers Ghaṭāyo. Dort angelangt nahm der Erhabene auf dem angebotenen Sitze Platz und wandte sich dann an den ehrwürdigen Ānando:
»Viele Sitze, Ānando, sind in der Einsiedelei des Sakkers Kāḷakhemako bereit gestellt: {220} viele Mönche werden wohl dort sich aufhalten.«
»Viele Sitze, o Herr, sind in der Einsiedelei des Sakkers Kāḷakhemako bereit gestellt: viele Mönche halten sich dort auf; die Kleidung herzurichten kommt uns jetzt, o Herr, zu.«
»Nicht kommt, Ānando, Glanz einem Mönche zu, der an Gemeinsamkeit froh wird, an Gemeinsamkeit Freude hat, an Gemeinsamkeit Befriedigung findet, gemeinsam froh, gemeinsam erfreut, gemeinsam zufrieden ist. Dass aber, Ānando, ein Mönch, der an Gemeinsamkeit froh wird, an Gemeinsamkeit Freude hat, an Gemeinsamkeit Befriedigung findet, gemeinsam froh, gemeinsam erfreut, gemeinsam zufrieden ist, was da Wohl der Entsagung, Wohl der Einsamkeit, Wohl der Auflösung, Wohl der Erwachung ist, dieses Wohl nach Wunsch gewinnen werde, in seiner Fülle und Weite: das ist unmöglich. So nun aber, Ānando, ein Mönch, der allein, von Gemeinsamkeit abgeschieden verweilt, ein solcher Mönch es erhoffen mag, was da Wohl der Entsagung, Wohl der Einsamkeit, Wohl der Auflösung, Wohl der Erwachung ist, dieses Wohl werde er nach Wunsch gewinnen, in seiner Fülle und Weite: das ist möglich. Dass aber, Ānando, ein Mönch, der an Gemeinsamkeit froh wird, an Gemeinsamkeit Freude hat, an Gemeinsamkeit Befriedigung findet, gemeinsam froh, gemeinsam erfreut, gemeinsam zufrieden ist, eine zeitlich ersehnte Geisteserlösung erringen werde oder ewige Stille: das ist unmöglich. So nun aber, Ānando, ein Mönch, der allein, von Gemeinsamkeit abgeschieden verweilt, ein solcher Mönch es erhoffen mag, er werde eine zeitlich ersehnte Geisteserlösung erringen oder ewige Stille: das ist möglich. Nicht weiß ich, Ānando, auch nur von einer Form, wobei die Freude, wobei die Befriedigung an der Form, da sie wandelbar, veränderlich ist, nicht in Schmerz überginge und Jammer, Leiden, Trübsinn, Verzweiflung.
{221} »Da hat denn, Ānando, der Vollendete hier eine Stätte ausgefunden, und zwar aller Vorstellungen sich begeben und in inniger Armuth eine Stätte fassen.[104] Wenn da nun, Ānando, an den Vollendeten, der in solcher Stätte eine Stätte gefasst hat, Leute herantreten, Mönche und Nonnen, Anhänger und Anhängerinen, Könige und königliche Fürsten, Büßer und büßende Pilger, so pflegt, Ānando, der Vollendete, gar einsam geneigt im Herzen, einsam gebeugt, einsam gesenkt, abgeschieden, in Entsagung befriedigt, lauter geworden von allen wahnhaften Dingen, einzig nur ein zur Ermunterung taugliches Gespräch zu führen.
»Darum aber, Ānando, mag auch ein Mönch es wünschen, ›Innige Armuth erfassen will ich‹, so hat, Ānando, ein solcher Mönch das innige Herz eben zu festigen, zu beruhigen, einig zu machen und stark. Wie aber kann, Ānando, ein Mönch das innige Herz eben festigen, beruhigen, einig machen und stark? Da weilt, Ānando, der Mönch gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit, in der Weihe der ersten Schauung. Nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens erreicht er die innere Meeresstille, die Einheit des Gemüthes, die von sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene sälige Heiterkeit, die Weihe der zweiten Schauung. In heiterer Ruhe gleichmüthig, einsichtig, klar bewusst weilt der Mönch, ein Glück empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: ›Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‹; so erwirkt er die Weihe der dritten Schauung. Nach Verwerfung der Freuden und Leiden, nach Vernichtung des einstigen Frohsinns und Trübsinns erwirkt der Mönch die Weihe der leidlosen, freudlosen, gleichmüthig einsichtigen vollkommenen Reine, die vierte Schauung. Also kann, Ānando, ein Mönch das innige Herz eben festigen, beruhigen, einig machen und stark.
»Er nimmt innige Armuth im Geiste auf. Während er innige Armuth im Geiste aufnimmt, will sich ihm das Herz in inniger Armuth nicht erheben, nicht erheitern, nicht beschwichtigen, nicht beruhigen. Ist es also, Ānando, so gedenkt der Mönch: ›Während ich innige Armuth im Geiste aufnehme, will sich mir das Herz in inniger Armuth nicht erheben, nicht erheitern, nicht beschwichtigen, nicht beruhigen.‹ {222} So aber bleibt er da klar bewusst.
»Er nimmt von außen Armuth im Geiste auf, er nimmt von innen und außen Armuth im Geiste auf; er nimmt Unverstörung im Geiste auf. Während er Unverstörung im Geiste aufnimmt, will sich ihm das Herz in Unverstörung nicht erheben, nicht erheitern, nicht beschwichtigen, nicht beruhigen. Ist es also, Ānando, so gedenkt der Mönch: ›Während ich Unverstörung im Geiste aufnehme, will sich mir das Herz in Unverstörung nicht erheben, nicht erheitern, nicht beschwichtigen, nicht beruhigen.‹ So aber bleibt er da klar bewusst.
»Ein solcher Mönch, Ānando, hat nun in jener ersteren geistigen Vertiefung das innige Herz eben zu festigen, zu beruhigen, einig zu machen und stark. Er nimmt innige Armuth im Geiste auf. Während er innige Armuth im Geiste aufnimmt, erhebt sich ihm das Herz in inniger Armuth, erheitert sich, beschwichtigt sich, beruhigt sich. Ist es also, Ānando, so gedenkt der Mönch: ›Während ich innige Armuth im Geiste aufnehme, erhebt sich mir das Herz in inniger Armuth, erheitert sich, beschwichtigt sich, beruhigt sich.‹ So aber bleibt er da klar bewusst.