{494} »Wer da, Vaccho, erst einem anderen Orden angehörte und in diese Lehre und Zucht aufgenommen werden, die Weihe erhalten will, der bleibt vier Monate bei uns; und nach Verlauf von vier Monaten wird er, wenn er also verblieben ist, von innig erfahrenen Mönchen aufgenommen und eingeweiht in das Mönchthum: denn ich habe hier manche Veränderlichkeit erfahren.«
»Wenn, o Herr, die früheren Anhänger anderer Orden, welche in diese Lehre und Zucht aufgenommen werden, die Weihe erhalten wollen, vier Monate bleiben, und nach Verlauf von vier Monaten, wenn sie also verblieben sind, von innig erfahrenen Mönchen aufgenommen und eingeweiht werden in das Mönchthum, so will ich vier Jahre bleiben: und nach Verlauf von vier Jahren sollen mich, wenn ich also verblieben bin, innig erfahrene Mönche aufnehmen und einweihen in das Mönchthum.«
Es wurde Vacchagotto der Pilger vom Erhabenen aufgenommen, wurde mit der Ordensweihe belehnt.
Nicht lange aber war der ehrwürdige Vacchagotto in den Orden aufgenommen, vierzehn Tage war er in den Orden aufgenommen, da ging er zum Erhabenen hin, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach nun der ehrwürdige Vacchagotto also zum Erhabenen:
»So viel man, o Herr, mit kämpfender Weisheit, mit kämpfendem Wissen gewinnen kann, das hab’ ich gewonnen: weiter möge mir der Erhabene die Lehre darlegen!«
»Dann also, Vaccho, erwirb dir noch weiter zwei Dinge: Ruhe und Klarsicht. Und hast du dir, Vaccho, diese zwei Dinge noch weiter erworben, Ruhe und Klarsicht, so werden sie dir zur Zerlegung der einzelnen Artungen taugen.
»Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›Geläng’ es mir doch auf manigfaltige Weise Machtentfaltung zu erfahren, als nur einer etwa vielfach zu werden, und vielfach geworden wieder einer zu sein, oder sichtbar und unsichtbar zu werden[69], auch durch Mauern, Wälle, Felsen hindurchzuschweben wie durch die Luft; oder auf der Erde auf- und unterzutauchen wie im Wasser; auch auf dem Wasser zu wandeln ohne unterzusinken wie auf der Erde; oder auch durch die Luft sitzend dahinzufahren wie der Vogel mit seinen Fittichen; auch etwa diesen Mond und diese Sonne, die so mächtigen, so gewaltigen, mit der Hand zu befühlen und zu berühren[70], etwa gar bis zu den Brahmawelten den Körper in meiner Gewalt zu haben‹: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen, je nach der Wirkensart.
{495} »Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›Wenn ich doch mit dem himmlischen Gehör, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, beide Arten der Töne hörte, die himmlischen und die irdischen, die fernen und die nahen‹: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen, je nach der Wirkensart.
»Wie du eben, Vaccho, es wünschen magst: ›Wär’ es mir doch gegeben, der anderen Wesen, der anderen Personen Herz im Herzen zu schauen und zu erkennen, das begehrliche Herz als begehrlich und das begehrlose Herz als begehrlos, das gehässige Herz als gehässig und das hasslose Herz als hasslos, das irrende Herz als irrend und das irrlose Herz als irrlos, das gesammelte Herz als gesammelt und das zerstreute Herz als zerstreut, das hochstrebende Herz als hochstrebend und das niedrig gesinnte Herz als niedrig gesinnt, das edle Herz als edel und das gemeine Herz als gemein, das beruhigte Herz als beruhigt und das ruhelose Herz als ruhelos, das erlöste Herz als erlöst und das gefesselte Herz als gefesselt‹: was da je zu verwirklichen ist wirst du gewinnen, je nach der Wirkensart.