Mit ihnen, o Gotamo, stimmt es überein!«
»Was du aber da, Māgandiyo, gehört hast, das Wort der früheren Pilger und ihrer Meister und Altmeister:
›Gesundheit ist das höchste Gut,
Die Wahnerlöschung höchstes Heil‹,
was bedeutet da Gesundheit, was bedeutet da Wahnerlöschung?«
Also gefragt fuhr sich Māgandiyo der Pilger mit der Hand eben über Augen und Stirne:
»Das, was, o Gotamo, Gesundheit bedeutet, das bedeutet da Wahnerlöschung; so bin ich jetzt, o Gotamo, gesund, fühle mich wohl. Nichts gebricht mir.«
»Gleichwie etwa, Māgandiyo, wenn da ein Blindgeborener wäre: der sähe keine schwarzen und keine weißen Gegenstände, keine blauen und keine gelben, keine rothen und keine grünen, er sähe nicht was gleich und was ungleich ist, sähe keine Sterne und nicht Mond und nicht Sonne. Und er hörte das Wort eines Sehenden: ›Schicklich, fürwahr, lieber Mann, ist ein weißes Kleid, gar fein, ohne Flecken und sauber.‹ Und er suchte sich ein solches zu verschaffen. Und es täuschte ihn ein anderer Mann mit einem ölrußgeschwärzten Schinderhemde[78]: ›Da hast du, lieber Mann, ein weißes Kleid, gar fein, ohne Flecken und sauber.‹ Und er nähm’ es entgegen und bekleidete sich damit, und damit bekleidet ließ’ er zufrieden fröhliche Rede ergehn: ›Schicklich, fürwahr, ist das weiße Kleid, gar fein, ohne Flecken und sauber.‹ Was meinst du wohl, Māgandiyo: hätte nun etwa dieser Blindgeborene wissend und sehend jenes ölrußgeschwärzte Schinderhemd entgegengenommen, angelegt und zufrieden seine fröhliche Rede ergehn lassen, oder weil er dem Sehenden glaubte?«
»Ohne es zu wissen, freilich, o Gotamo, ohne es zu sehn hätte der Blindgeborene jenes ölrußgeschwärzte Schinderhemd entgegengenommen, angelegt und zufrieden seine fröhliche Rede ergehn lassen, {510} weil er dem Sehenden glaubte.«