»Was bedünkt dich, Udāyī: zu einer Zeit wo man noch andere Büßerpflicht auf sich genommen hat, fühlt man sich zu einer solchen Zeit vollkommen wohl, oder wohl und weh?«
»Wohl und weh, o Herr!«
»Was bedünkt dich, Udayī: hat man nun aber den Pfad betreten, der Wohl und Wehe mit sich bringt, kann man da vollkommenes Wohlsein erreichen?«
»Abgeschnitten hat der Erhabene das Gespräch, abgeschnitten hat der Willkommene das Gespräch!«
»Warum denn, Udāyī, sagst du: ›Abgeschnitten hat der Erhabene das Gespräch, abgeschnitten hat der Willkommene das Gespräch‹?«
{360} »Unser eigener Lehrsatz, o Herr, der lautet: ›Es giebt ein vollkommenes Wohlsein, es giebt einen deutlich bezeichneten Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen‹: und da sind wir, o Herr, vom Erhabenen über unseren eigenen Lehrsatz befragt, ausgeforscht, unterrichtet, hohl und leer und eitel befunden worden. Wie nun, o Herr: giebt es ein vollkommenes Wohlsein, giebt es einen deutlich bezeichneten Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen?«
»Es giebt, Udāyī, ein vollkommenes Wohlsein, es giebt einen deutlich bezeichneten Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen.«
»Und was ist das, o Herr, für ein deutlich bezeichneter Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen?«
»Da weilt, Udāyī, ein Mönch, gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit, in der Weihe der ersten Schauung. Nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens gewinnt er die innere Meeresstille, die Einheit des Gemüthes, die von sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene sälige Heiterkeit, die Weihe der zweiten Schauung. In heiterer Ruhe verweilt er gleichmüthig, einsichtig, klar bewusst, ein Glück empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: ›Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‹; so gewinnt er die Weihe der dritten Schauung. Das ist, Udāyī, der deutlich bezeichnete Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen.«