›Gemeldet haben sich beim Könige Götterboten: auf dem Haupte sind graue Haare erschienen.‹

›Wohlan denn, bester Bader, so nimm diese grauen Haare mit einer Zange zart heraus und leg’ sie mir auf die Hand.‹

›Wohl, o König!‹ entgegnete da gehorsam der Bader dem Herrscher, nahm diese grauen Haare mit einer Zange zart heraus und legte sie dem Herrscher auf die Hand. Und König Makhadevo, Ānando, gab dem Bader ein Dorf zu eigen, und er ließ den Kronprinzen, seinen ältesten Sohn, zu sich berufen und sprach also zu ihm:

›Gemeldet haben sich bei mir, theurer Prinz, Götterboten: auf dem Haupte sind graue Haare erschienen. Genossen hab’ ich ja die menschlichen Wonnen: es ist Zeit an himmlische Wonnen zu denken.[156] Komme, theurer Prinz, übernimm du diese Königsmacht: denn ich will mir Haar und Bart abscheeren, das fahle Gewand anlegen und aus dem Hause in die Hauslosigkeit wandern. Und so magst auch du, theurer Prinz, wann sich dir auf dem Haupte graue Haare gezeigt haben, deinem Bader ein Dorf zu eigen geben, deinen ältesten Sohn, den Kronprinzen, mit der Königsmacht treulich betrauen, dir Haar und Bart abscheeren, das fahle Gewand anlegen und aus dem Hause in die Hauslosigkeit ziehn.[157] Wie dieser gesegnete Wandel von mir gewiesen mögst du ihm nachkommen, auf dass du nicht mein letzter Nachkomme seiest. In einem Weltalter, theurer Prinz, wo der also gesegnete Wandel gebrochen wird, {410} da wird der letzte der Nachkommen sein. Darum hab’ ich dir, theurer Prinz, also gerathen: Wie dieser gesegnete Wandel von mir gewiesen mögst du ihm nachkommen, auf dass du nicht mein letzter Nachkomme seiest.‹

Und König Makhadevo, Ānando, gab seinem Bader ein Dorf zu eigen, betraute treulich seinen ältesten Sohn, den Kronprinzen, mit der Königsmacht; und eben hier, im Mangohaine Makhadevos, schor er sich Haar und Bart ab, legte das fahle Gewand an und zog vom Hause in die Hauslosigkeit hinaus. Liebevollen Gemüthes weilend strahlte er nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlte er die ganze Welt mit liebevollem Gemüthe, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem. Erbarmenden Gemüthes — freudevollen Gemüthes — unbewegten Gemüthes weilend strahlte er nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlte er die ganze Welt mit erbarmendem Gemüthe, mit freudevollem Gemüthe, mit unbewegtem Gemüthe, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem.

König Makhadevo aber, Ānando, hat vierundachtzigtausend Jahre die Spiele der Jugend gespielt, vierundachtzigtausend Jahre ist er Kronprinz gewesen, vierundachtzigtausend Jahre hat er als König geherrscht, und vierundachtzigtausend Jahre hat er, eben hier im Mangohaine Makhadevos als Büßer weilend, das Asketenleben geführt.

Und er harrte auf den vier heiligen Warten aus, und gelangte, {411} bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in heilige Welt.

Und König Makhadevos Sohn, Ānando, wandte sich einst, als viele Jahre, viele Jahrhunderte, viele Jahrtausende vergangen waren, an seinen Bader:

›Wann du, bester Bader, auf meinem Haupte graue Haare wahrnimmst, dann sag’ es mir.‹